Was sind typische Ursachen für Harnsteine bei Katzen?
Harnsteine entstehen in der Regel nicht durch eine einzelne Ursache. Meist kommen mehrere Faktoren zusammen. Ein wichtiger Einflussfaktor ist die Wasseraufnahme: Trinkt eine Katze wenig, wird ihr Urin stärker konzentriert. Dadurch können sich bestimmte Bestandteile leichter zusammenlagern und mit der Zeit Harnsteine bilden.
Bestimmte Katzen sind statistisch häufiger von Harnsteinen betroffen:
- Kater etwas öfter als Kätzinnen, kastrierte Katzen häufiger als unkastrierte. 1
- Auch Katzen im Alter von 1 bis 2 Jahren werden vergleichsweise häufig mit Harnsteinen diagnostiziert. Grundsätzlich kann jede Altersgruppe betroffen sein.
- Reine Wohnungskatzen scheinen ein höheres Risiko für Harnsteine zu haben als Freigänger.
Auch Übergewicht wird im Zusammenhang mit Harnsteinen häufig beobachtet. Das bedeutet nicht, dass Übergewicht automatisch zu Harnsteinen bei Katzen führt, es kann aber ein begünstigender Faktor sein.
Was verursacht Struvitsteine bei der Katze?
Struvitsteine entstehen, wenn sich bestimmte Mineralstoffe (vor allem Magnesium und Phosphor) in größerer Menge im Urin ansammeln und miteinander verbinden. Auch der pH-Wert des Urins spielt eine Rolle: Ist der Urin eher weniger sauer, können sich solche Ablagerungen leichter bilden. Wird der Urin zu alkalisch, lösen sich bestimmte Mineralstoffe schlechter. Sie lagern sich zunächst zu kleinen festen Teilchen zusammen, aus denen mit der Zeit größere Strukturen und schließlich Steine entstehen können.
Ein weiterer Faktor ist die Konzentration des Urins: Trinkt eine Katze wenig oder setzt sie seltener Urin ab, bleibt der Harn länger in der Blase und ist stärker konzentriert. Dadurch können sich Ablagerungen leichter vergrößern und zu Struvitsteinen entwickeln.
Struvitsteine können auch im Zusammenhang mit anderen Harnwegserkrankungen auftreten: Bei manchen Katzen liegt eine nicht bakterielle Blasenentzündung vor, bei der Stress eine Rolle spielen kann. Eine gereizte Blase wiederum kann die Bildung von Harnkristallen begünstigen. Katzen mit schmerzhafter Blase gehen manchmal seltener zur Toilette. Bleibt der Urin länger in der Blase, kann das die Kristallbildung zusätzlich fördern.
Auch eine ausschließliche Fütterung mit Trockenfutter wird als möglicher Einflussfaktor diskutiert – insbesondere dann, wenn dadurch weniger Flüssigkeit aufgenommen wird. Entscheidend ist dabei weniger die Futterform allein, sondern die gesamte Wasseraufnahme der Katze.
Welche Katzenrassen sind anfällig für Struvitsteine?
Eine Auswertung von Harnsteinbefunden bei Katzen aus Deutschland zeigte, dass bei einigen Rassen innerhalb der untersuchten Fälle häufiger Struvitsteine festgestellt wurden 1:
- Norwegische Waldkatze
- Britisch Langhaar
- Europäisch Kurzhaar
- Sibirische Waldkatze
Das bedeutet nicht, dass diese Rassen automatisch Struvitsteine entwickeln, sondern dass sie bei Katzen dieser Rassen vergleichsweise häufig festgestellt wurden. Grundsätzlich kann jede Katze Struvitsteine entwickeln.
Mögliche Auslöser aus Sicht der ganzheitlichen Tiermedizin
Aus ganzheitlicher Sicht werden Harnkristalle häufig nicht als eigenständige Erkrankung betrachtet, sondern als Hinweis darauf, dass im Körper bestimmte Stoffe vermehrt über den Urin ausgeschieden werden. Erfahrungen aus der 5-E™ Tierarztpraxis legen nahe, dass dabei vor allem zwei Faktoren eine Rolle spielen können: eine dauerhaft zu hohe Futtermenge und eine anhaltende Belastung des Verdauungssystems.
- Bekommt eine Katze über längere Zeit mehr Futter als nötig, kann dies dazu beitragen, dass größere Mengen an Nährstoffen verstoffwechselt und ausgeschieden werden.
- Eine überlastete Verdauung kann Einfluss darauf haben, wie gut Nährstoffe aufgenommen und verwertet werden.
Aus ganzheitlicher Sicht kann beides die Zusammensetzung des Urins beeinflussen und die Neigung zur Bildung von Harnkristallen begünstigen.