Ratgeber Katzen

Hat meine Katze Struvitsteine? Symptome, Behandlung & Vorbeugung

Wenn Deine Katze plötzlich häufig zur Toilette geht, Schmerzen beim Wasserlassen zeigt oder nur wenige Tropfen Urin absetzt, können Struvitsteine dahinterstecken. Diese Harnsteine bleiben anfangs oft unbemerkt, können die Harnwege jedoch stark reizen und im Ernstfall den Urinfluss blockieren. Hier erfährst Du, wie Struvitsteine bei der Katze entstehen, welche Warnsignale Du kennen solltest und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

Das Wichtigste im Überblick

  • Struvitsteine sind feste Harnsteine, die sich aus bestimmten Mineralstoffen im Urin bilden.
  • Sie entstehen meist in der Harnblase und können bei Katzen Schmerzen sowie häufigen oder erschwerten Urinabsatz verursachen.
  • Im schlimmsten Fall kann es zum Harnröhrenverschluss kommen – ein akuter Notfall, der sofort tierärztlich behandelt werden muss.
  • Die Behandlung von Struvitsteinen umfasst in der Regel eine angepasste Fütterung, eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme und regelmäßige tierärztliche Kontrollen.
  • Gut verträgliches Futter, ein gesundes Körpergewicht und eine stressarme Umgebung können einen Beitrag zur Vorbeugung leisten.

So kannst Du vorgehen

  • Informiere Dich über Struvitsteine und andere Harnsteine bei der Katze und die damit verbundenen Symptome.
  • Lass Veränderungen beim Wasserlassen Deiner Katze zeitnah in einer Tierarztpraxis untersuchen.
  • Sorge dafür, dass Deine Katze ausreichend trinkt, damit ihr Urin verdünnt wird und sich Mineralstoffe nicht so leicht anreichern können.
  • Lass den Urin Deiner Katze regelmäßig checken, insbesondere nach einer Harnstein-Diagnose.
  • Schaffe für Deine Samtpfote eine möglichst stressarme Umgebung und reinige das Katzenklo täglich.

Hinweis: Dieser Ratgeber enthält Empfehlungen für unterstützende Maßnahmen bei Struvitsteinen. Zur genauen Abklärung der Diagnose und Therapie Deiner Katze ist ein Besuch in der Tierarztpraxis unerlässlich!

Was sind Struvitsteine bei Katzen?

Struvitsteine gehören zu den häufigsten Harnsteinen bei Katzen. Sie entstehen überwiegend in den unteren Harnwegen – also vor allem in der Harnblase oder der Harnröhre – und bestehen aus bestimmten Mineralstoffen, die sich im Urin zusammenschließen. Bei Katzen entstehen Struvitsteine meist ohne bakterielle Infektion. Anders als beim Hund sind sie in der Regel „steril“, das heißt: Nicht Bakterien verursachen die Steine, sondern Veränderungen im Harnmilieu und Mineralstoffhaushalt. Deshalb spielen bei der Behandlung insbesondere eine angepasste Ernährung, eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme und der Mineralstoffhaushalt eine Rolle. Antibiotika sind nur nötig, wenn tatsächlich eine Infektion nachgewiesen wurde.

Welche Harnsteine kommen bei Katzen häufig vor?

Struvitsteine sind nur eine von mehreren möglichen Harnsteinarten bei Katzen. Am häufigsten treten Kalziumoxalatsteine und Struvitsteine auf 1. Sie unterscheiden sich u. a. darin, wie sie entstehen und behandelt werden. Struvitsteine können sich unter bestimmten Voraussetzungen wieder auflösen. Kalziumoxalatsteine sind meist sehr fest und lassen sich in der Regel nicht auflösen. Andere Harnsteinarten treten bei Katzen deutlich seltener auf. Auch Nierensteine kommen bei Katzen seltener vor als Steine in der Harnblase.

Wie entstehen Struvitsteine bei Katzen?

Normalerweise entstehen Struvitsteine nicht plötzlich, sondern entwickeln sich schrittweise im Urin:

  1. Harnkristalle bei Katzen gelten als erste Vorstufe von Harnsteinen. Dabei handelt es sich um mikroskopisch kleine, feste Mineralteilchen im Urin.
  2. Harngries sind feine, sandartige Ablagerungen im Urin. Er entsteht, wenn sich viele Harnkristalle zusammenlagern.
  3. Harnsteine: Bleibt Harngries in der Blase bestehen, können sich weitere Mineralstoffe aus dem Urin daran anlagern. So entstehen nach und nach feste Harnsteine, zu denen auch Struvitsteine gehören.
Schaubild wie sich Struvitsteine in der Blase und Harnröhre einer Katze bilden
Dieses Schaubild zeigt, wie Struvitsteine bei der Katze entstehen: Aus mikroskopisch kleinen Harnkristallen bildet sich zunächst Harngries, aus dem sich anschließend feste Struvitsteine entwickeln können.

Warum können Struvitsteine für Katzen gefährlich werden?

Struvitsteine können die empfindliche Schleimhaut der Harnblase reizen und dadurch Schmerzen oder Entzündungsreaktionen auslösen. Problematisch wird es, wenn sich bei der Katze größere Mengen Harngries oder Struvitsteine am Ausgang der Blase oder in der Harnröhre festsetzen. In solchen Fällen kann der Urin nicht mehr ungehindert abfließen, oder schlimmstenfalls gar nicht mehr. Kann eine Katze keinen Urin mehr absetzen, stauen sich harnpflichtige Stoffe (Giftstoffe, die normalerweise über den Urin ausgeschieden werden) im Körper und die Blase wird stark überdehnt. Dadurch kann sich der Zustand der Katze innerhalb kurzer Zeit ernsthaft verschlechtern.

Wichtig: Ein kompletter Harnverschluss ist ein akuter Notfall und muss sofort tierärztlich behandelt werden.

Was sind typische Ursachen für Harnsteine bei Katzen?

Harnsteine entstehen in der Regel nicht durch eine einzelne Ursache. Meist kommen mehrere Faktoren zusammen. Ein wichtiger Einflussfaktor ist die Wasseraufnahme: Trinkt eine Katze wenig, wird ihr Urin stärker konzentriert. Dadurch können sich bestimmte Bestandteile leichter zusammenlagern und mit der Zeit Harnsteine bilden.

Bestimmte Katzen sind statistisch häufiger von Harnsteinen betroffen:

  • Kater etwas öfter als Kätzinnen, kastrierte Katzen häufiger als unkastrierte. 1
  • Auch Katzen im Alter von 1 bis 2 Jahren werden vergleichsweise häufig mit Harnsteinen diagnostiziert. Grundsätzlich kann jede Altersgruppe betroffen sein.
  • Reine Wohnungskatzen scheinen ein höheres Risiko für Harnsteine zu haben als Freigänger.

Auch Übergewicht wird im Zusammenhang mit Harnsteinen häufig beobachtet. Das bedeutet nicht, dass Übergewicht automatisch zu Harnsteinen bei Katzen führt, es kann aber ein begünstigender Faktor sein.

Was verursacht Struvitsteine bei der Katze?

Struvitsteine entstehen, wenn sich bestimmte Mineralstoffe (vor allem Magnesium und Phosphor) in größerer Menge im Urin ansammeln und miteinander verbinden. Auch der pH-Wert des Urins spielt eine Rolle: Ist der Urin eher weniger sauer, können sich solche Ablagerungen leichter bilden. Wird der Urin zu alkalisch, lösen sich bestimmte Mineralstoffe schlechter. Sie lagern sich zunächst zu kleinen festen Teilchen zusammen, aus denen mit der Zeit größere Strukturen und schließlich Steine entstehen können.

Ein weiterer Faktor ist die Konzentration des Urins: Trinkt eine Katze wenig oder setzt sie seltener Urin ab, bleibt der Harn länger in der Blase und ist stärker konzentriert. Dadurch können sich Ablagerungen leichter vergrößern und zu Struvitsteinen entwickeln.

Struvitsteine können auch im Zusammenhang mit anderen Harnwegserkrankungen auftreten: Bei manchen Katzen liegt eine nicht bakterielle Blasenentzündung vor, bei der Stress eine Rolle spielen kann. Eine gereizte Blase wiederum kann die Bildung von Harnkristallen begünstigen. Katzen mit schmerzhafter Blase gehen manchmal seltener zur Toilette. Bleibt der Urin länger in der Blase, kann das die Kristallbildung zusätzlich fördern.

Auch eine ausschließliche Fütterung mit Trockenfutter wird als möglicher Einflussfaktor diskutiert – insbesondere dann, wenn dadurch weniger Flüssigkeit aufgenommen wird. Entscheidend ist dabei weniger die Futterform allein, sondern die gesamte Wasseraufnahme der Katze.

Welche Katzenrassen sind anfällig für Struvitsteine?

Eine Auswertung von Harnsteinbefunden bei Katzen aus Deutschland zeigte, dass bei einigen Rassen innerhalb der untersuchten Fälle häufiger Struvitsteine festgestellt wurden 1:

  • Norwegische Waldkatze
  • Britisch Langhaar
  • Europäisch Kurzhaar
  • Sibirische Waldkatze

Das bedeutet nicht, dass diese Rassen automatisch Struvitsteine entwickeln, sondern dass sie bei Katzen dieser Rassen vergleichsweise häufig festgestellt wurden. Grundsätzlich kann jede Katze Struvitsteine entwickeln.

Mögliche Auslöser aus Sicht der ganzheitlichen Tiermedizin

Aus ganzheitlicher Sicht werden Harnkristalle häufig nicht als eigenständige Erkrankung betrachtet, sondern als Hinweis darauf, dass im Körper bestimmte Stoffe vermehrt über den Urin ausgeschieden werden. Erfahrungen aus der 5-E™ Tierarztpraxis legen nahe, dass dabei vor allem zwei Faktoren eine Rolle spielen können: eine dauerhaft zu hohe Futtermenge und eine anhaltende Belastung des Verdauungssystems.

  • Bekommt eine Katze über längere Zeit mehr Futter als nötig, kann dies dazu beitragen, dass größere Mengen an Nährstoffen verstoffwechselt und ausgeschieden werden.
  • Eine überlastete Verdauung kann Einfluss darauf haben, wie gut Nährstoffe aufgenommen und verwertet werden.

Aus ganzheitlicher Sicht kann beides die Zusammensetzung des Urins beeinflussen und die Neigung zur Bildung von Harnkristallen begünstigen.

Wie erkennt man Struvitsteine bei der Katze?

Zu den häufigsten Symptomen von Harnkristallen und Struvitsteinen bei der Katze gehören:

  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Häufige Toilettengänge, bei denen nur wenig Urin abgesetzt wird
  • Blut im Urin
  • Unruhe und Nervosität
  • Vermehrtes Schlecken im Genitalbereich
  • Urinieren außerhalb der Katzentoilette

Wenn Dir eins oder mehrere dieser Symptome bei Deiner Katze auffallen, solltest Du sie zeitnah in einer Tierarztpraxis untersuchen lassen. Harnwegserkrankungen können sich schnell verschlechtern.

Wichtig: Kann eine Katze gar keinen Urin mehr absetzen, handelt es sich um einen akuten Notfall, der sofort tiermedizinischen behandelt werden muss!

Bunte Katze sitzt maunzend vor ihrem Katzenklo
Wenn der Toilettengang zur Belastung wird: Probleme beim Wasserlassen, unruhiges Verhalten oder Blut im Urin sind häufige Anzeichen für Struvitsteine bei der Katze.

Wie werden Struvitsteine bei Katzen diagnostiziert?

Um Struvitsteine sicher festzustellen, sind verschiedene Untersuchungen notwendig. Welche eingesetzt werden, hängt von den Symptomen und dem Zustand der Katze ab.

  • Beim Ultraschall lassen sich vor allem Blasensteine und Harngries in der Harnblase der Katze erkennen. Auch Veränderungen der Blasenwand können sichtbar werden.
  • Ein Röntgenbild zeigt, wie viele Harnsteine bei der Katze vorliegen, wie groß sie sind und ob sie sich in der Blase, in der Harnröhre oder in der Niere befinden.
  • Die Urinuntersuchung ist ein wichtiger Bestandteil bei der Diagnose von Struvitsteinen.
  • pH-Wert-Messung: Der pH-Wert gibt an, wie sauer oder alkalisch der Urin ist. Bei Katzen liegt der normale Bereich etwa zwischen 5,0 und 7,5. Ein eher alkalischer Urin kann die Bildung von Struvitkristallen begünstigen.
  • Sedimentuntersuchung: Hier wird der Urin unter dem Mikroskop untersucht. Dabei können Blutbestandteile, Bakterien oder Struvitkristalle sichtbar werden.

Ergänzende Diagnoseverfahren

Neben den klassischen Diagnoseverfahren betrachten wir in der 5-E™ Tierarztpraxis die Katze aus ganzheitlicher Sicht. Ziel ist es, mögliche Hintergründe und begünstigende Faktoren für die Entstehung von Struvitsteinen zu erkennen.
Dabei berücksichtigen wir unter anderem:

  • Mögliche Einflüsse aus Fütterung, Trinkverhalten und Haltungsbedingungen, die den Organismus belasten können.
  • Zustand des Magen-Darm-Systems, da eine geschwächte Verdauung Einfluss auf Stoffwechselprozesse haben kann.
  • Röntgenbefunde, bei denen sich Gasansammlungen im Darm zeigen können. In der 5-E™ Tierarztpraxis werten wir solche Befunde als möglichen Hinweis auf eine Belastung des Verdauungssystems.
  • Hinweise darauf, dass das Gleichgewicht von Säuren und Stoffwechselprodukten im Körper verändert sein könnte.

In der 5-E™-Tierarztpraxis gehen wir davon aus, dass sich Veränderungen im Darmmilieu auch im Blut widerspiegeln können. Zeigen sich dort Hinweise auf eine erhöhte Belastung durch Stoffwechselprodukte oder freie Radikale, kann der Körper verstärkt über die Harnwege ausscheiden. Die kann die Zusammensetzung des Urins beeinflussen und damit die Bildung von Harnkristallen begünstigen.

  • Um solche Veränderungen wahrzunehmen, kann ergänzend eine Vitalblutanalyse unter dem Dunkelfeldmikroskop durchgeführt werden. Dabei werden Besonderheiten im Blutbild betrachtet, die auf den allgemeinen Zustand des Organismus und mögliche zusätzliche Belastungen hinweisen können.

Wie behandelt man Struvitsteine bei Katzen?

Die Behandlung richtet sich danach, wie stark die Beschwerden der Katze sind und ob ein Harnröhrenverschluss vorliegt. Antibiotika sind bei Struvitsteinen der Katze meist nicht erforderlich, da sie überwiegend ohne bakterielle Infektion entstehen.

Akuter Notfall: Behandlung eines Harnröhrenverschlusses

Mögliche Maßnahmen sind:

  • Infusionstherapie, um Kreislauf und Stoffwechsel zu stabilisieren
  • Blasenkatheter, über den Harngries oder kleinere Steine häufig in die Blase zurückgespült werden können
  • In bestimmten Fällen eine Zertrümmerung der Steine (z. B. mittels Laser-Lithotripsie)
  • Ggfs. operative Entfernung der Harnsteine
  • Schmerztherapie, um die Belastung für die Katze zu reduzieren

Übliche Behandlung bei Struvitsteinen

Bei den meisten Katzen mit Struvitsteinen liegt kein akuter Harnröhrenverschluss vor. In diesen Fällen zielt die Behandlung vor allem auf eine angepasste Fütterung und die Beeinflussung der Urinzusammensetzung ab.

1.) Fütterung bei Struvitsteinen

Ziel der Fütterung ist es, die Zusammensetzung des Urins so zu beeinflussen, dass die Kristallbildung reduziert wird und sich bestehende Struvitsteine möglichst zurückbilden. Dabei geht es nicht nur um den pH Wert: Spezielle Diätfuttermittel senken außerdem die Zufuhr von Magnesium und Phosphat und enthalten häufig etwas mehr Natrium. So stehen weniger Mineralstoff „Bausteine“ für neue Ablagerungen zur Verfügung, die Wasseraufnahme kann angeregt werden, der Urin wird stärker verdünnt und Ablagerungen können sich schlechter entwickeln.
In Rücksprache mit der Tierarztpraxis sind folgende Maßnahmen möglich:

  • Fütterung eines medizinisch indizierten Diätfutters zur Harnansäuerung
  • Angepasste Ernährung mit einem ausgewogenen Verhältnis von Nass- und Trockenfutter
  • Gezielte Harnansäuerung mit geeigneten Ergänzungsfuttermitteln bei entsprechender Indikation und unter tierärztlicher Kontrolle
  • Eine Harnansäuerung sollte zeitlich begrenzt erfolgen und tierärztlich kontrolliert werden, da ein zu stark angesäuerter Urin andere Harnsteinarten begünstigen kann.

Mögliche zusätzliche Anpassungen:

  • Erhöhung des Fleischanteils in der Ration, da Katzen als obligate Fleischfresser auf tierisches Eiweiß angewiesen sind. Ein hoher Anteil pflanzlicher Bestandteile kann den Urin-pH-Wert beeinflussen.
  • Verzicht auf Milchprodukte
  • Moderate Erhöhung des Rohfaseranteils zur Unterstützung der Verdauung

Achtung: Eine Harnansäuerung ist nicht für jede Katze geeignet. Sie darf u. a. nicht angewendet werden bei jungen Katzen, Nieren- oder Herzerkrankungen, Pankreatitis, erhöhtem Kalziumspiegel im Blut und anderen Harnsteinarten als Struvit.

2.) Trinkverhalten fördern

Eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme ist entscheidend für die Behandlung von Struvitsteinen, weil sie den Urin verdünnt. Mit diesen Maßnahmen kannst Du die Wasseraufnahme für Deine Katze interessanter machen:

  • Frisches Wasser mehrmals täglich anbieten
  • Verschiedene Napfmaterialien ausprobieren (z. B. Edelstahl, Keramik oder Glas)
  • Wasser leicht kühlen, wenn es heiß ist, oder bei Zimmertemperatur anbieten
  • Einen Trinkbrunnen verwenden
  • Statt einmal täglich einen großen Napf Wasser mehrmals kleine Portionen anbieten
  • Wassernäpfe an verschiedenen, für Deine Katze leicht erreichbaren Orten aufstellen
  • Wasser geschmacklich aufpeppen (z. B. mit etwas ungesalzener Hühnerbrühe oder Thunfischsaft), dabei immer einen zusätzlichen Napf mit klarem Wasser bereitstellen

3.) Stress reduzieren

Stress kann Harnwegserkrankungen bei Katzen begünstigen. Eine ruhige Umgebung, ausreichend Rückzugsmöglichkeiten und eine saubere Katzentoilette können unterstützend wirken.

4.) Behandlungsverlauf regelmäßig kontrollieren

Gerade in den ersten Wochen sind regelmäßige Kontrollen wichtig, um zu überprüfen, ob sich die Struvitsteine verkleinern, der Urin-pH-Wert im passenden Bereich liegt und weniger Harnkristalle nachweisbar sind. Dazu gehören:

  • Regelmäßige Kontrolle des Urin-pH-Wertes
  • Röntgenaufnahmen, um Größe und Anzahl der Harnsteine zu beurteilen
  • Untersuchung des Urinsediments, um zu sehen, ob noch Kristalle vorhanden sind
  • Wichtig ist außerdem, das Harnverhalten der Katze aufmerksam zu beobachten und Auffälligkeiten zeitnah tierärztlich abklären zu lassen.

Wie lange dauert es, bis sich Struvitsteine bei der Katze auflösen?

Unter geeigneten Bedingungen können sich Struvitsteine in der Regel innerhalb von 2 bis 6 Wochen zurückbilden 2,3. Wie schnell das geschieht, ist individuell unterschiedlich. Auch wenn die Struvitsteine im Röntgenbild nicht mehr sichtbar sind, wird oft empfohlen, die angepasste Fütterung eine Zeit lang fortzuführen, um den Behandlungserfolg zu unterstützen.

Ganzheitliche Begleitung nach dem 5-E™ Konzept

Zur ganzheitlichen Begleitung bei Struvitsteinen berücksichtigt das Tierärzteteam von DGT MEDICAL neben der Fütterung auch individuelle Faktoren wie Verdauung, Stoffwechsel sowie mögliche Veränderungen im Blut. Ziel ist es, die Situation Deiner Katze umfassend zu betrachten und passende ernährungsphysiologische Strategien zu entwickeln. Bei Interesse kannst Du über DGT MEDICAL einen persönlichen Beratungstermin mit unserem Tierärzteteam buchen.

Wie ist die Lebenserwartung einer Katze mit Struvitsteinen?

Grundsätzlich ist die Prognose bei Struvitsteinen gut, wenn sie rechtzeitig erkannt und konsequent behandelt werden. Viele betroffene Katzen können ein normales Lebensalter erreichen. Allerdings können sich bei einem Teil der betroffenen Katzen zu einem späteren Zeitpunkt erneut Kristalle oder Steine bilden 4. Für eine dauerhaft gute Prognose sind deshalb eine angepasste Fütterung, eine ausreichende Wasseraufnahme und regelmäßige tierärztliche Kontrollen wichtig. Außerdem solltest Du Veränderungen beim Harnabsatz Deiner Katze aufmerksam beobachten.

Wie kann ich bei meiner Katze Struvitsteine vorbeugen?

Eine sichere Vorbeugung gegen Struvitsteine gibt es nicht. Du kannst jedoch einiges tun, um die Harnwege Deiner Katze zu unterstützen und das Risiko zu verringern.

1.) Trinken attraktiver machen

Je mehr Deine Katze trinkt, desto stärker wird ihr Urin verdünnt. Das kann dazu beitragen, dass sich Mineralstoffe weniger leicht zu Kristallen verbinden. Tipps zur Förderung des Trinkverhaltens findest Du im Abschnitt „Trinkverhalten fördern“.

2.) Auf eine gut verträgliche Fütterung achten

  • Wähle ein Futter, das Deine Katze gut verträgt und leicht verdaulich ist.
  • Achte auf einen hohen Anteil an tierischem Protein, idealerweise überwiegend Muskelfleisch.
  • Prüfe die Zutatenliste: Eine offene Deklaration hilft Dir einzuschätzen, was tatsächlich im Napf landet.
  • Vermeide häufige Futterwechsel, da diese die Verdauung belasten können.

3.) Für eine stressfreie Toilettensituation sorgen

Katzen halten Urin manchmal zurück, wenn sie sich auf der Toilette nicht wohlfühlen. Das kann die Harnwege belasten.

  • Reinige die Katzentoilette täglich.
  • Stelle immer ein Katzenklo mehr als Katzen im Haushalt bereit.
  • Biete in mehrstöckigen Wohnungen auf jeder Etage eine Toilette an.
  • Behalte die gewohnte Einstreu möglichst bei.

4.) Stress im Alltag reduzieren

Stress kann Harnwegserkrankungen begünstigen. Umso wichtiger ist es, Deiner Katze einen möglichst ruhigen und vorhersehbaren Alltag zu bieten.

  • Achte auf feste Fütterungszeiten und möglichst gleichbleibendes Futter.
  • Gewöhne Deine Katze langsam an Veränderungen.
  • Sorge für ausreichend Möglichkeiten zum Kratzen, Klettern, Spielen, Verstecken und Ausruhen.

Tipp: In der DGT Academy findest Du ein spannendes Webinar über „Stress bei Katzen“ mit Tipps für nachhaltige Entspannung im Alltag.

5.) Gewicht im Blick behalten

Übergewicht kann das Risiko für Harnwegserkrankungen erhöhen.

  • Wiege die Futtermenge Deiner Katze ab.
  • Rechne Leckerlis in die Tagesration mit ein.
  • Sorge für ausreichend Bewegung, auch bei Wohnungskatzen (z. B. durch Futter- oder Suchspiele).

6.) Regelmäßige Urinuntersuchungen

Lass den Urin Deiner Katze regelmäßig tierärztlich kontrollieren, zum Beispiel beim jährlichen Gesundheitscheck.

Wie kann ich andere Harnsteine bei der Katze vorbeugen?

Neben Struvitsteinen gehören Kalziumoxalatsteine zu den häufigsten Harnsteinen bei Katzen 1. Der Stoff Oxalat entsteht teilweise im Körper, wird aber auch über den Darm aufgenommen. Dort kann Calcium Oxalat binden, sodass es mit dem Kot ausgeschieden wird. Ist die Calciumversorgung im Futter sehr niedrig oder die Verdauung gestört, kann mehr Oxalat aufgenommen werden, in den Urin gelangen und dort die Bildung von Harnsteinen begünstigen. Deshalb sollte die Vorbeugung auf eine ausgewogene Fütterung ausgerichtet sein:

  • Achte auf eine bedarfsgerechte Calciumversorgung über das normale Futter.
  • Verwende Vitamin-C-Supplemente nur vorsichtig und nach tierärztlicher Rücksprache.
  • Pflanzliche Zusätze mit viel Oxalat (z. B. Spinat, Mangold, Rhabarber, Rote-Bete-Blätter, Sojabohnen, Süßkartoffel) möglichst nicht füttern.
  • Größere Mengen kollagenreicher Zusätze (z. B. Gelatine oder Knochenbrühen) nur sehr zurückhaltend verwenden.
  • Auf eine gut funktionierende Verdauung achten.
Katze streckt sich wohlig auf der Couch
Stay hydrated & relax! Viel trinken und ein stressfreier Alltag können dazu beitragen, das Risiko für Harnkristalle und Struvitsteine bei Deiner Katze zu verringern.

Produktempfehlungen

Ergänzend zur tierärztlichen Behandlung kann eine Katze mit Struvisteinen ernährungsphysiologisch begleitet werden – zum Beispiel durch Ergänzungsfuttermittel, die das Harnmilieu unterstützen, wichtige Nährstoffe bereitstellen und in belastenden Situationen zu einem ausgeglichenen Stoffwechsel und allgemeinem Wohlbefinden beitragen können.

1.) STRUVIT FORTE CAT ist ein Ergänzungsfuttermittel zur ernährungsphysiologischen Unterstützung eines ausgeglichenen Harnmilieus

  • DL-Methionin kann im Rahmen der Fütterung den Harn-pH-Wert beeinflussen.
  • Taurin als essentielle Aminosäure ist Bestandteil einer ausgewogenen Stoffwechselversorgung.
  • Kann zur Unterstützung eines ausgeglichenen Harnmilieus beitragen.
  • Geeignet zur ergänzenden Fütterung bei Katzen mit empfindlichen Harnwegen.

2.) STRUVIT FORTE CREAM ist ein Ergänzungsfuttermittel zur ernährungsphysiologischen Unterstützung des Harnmilieus in schmackhafter, cremiger Darreichungsform

  • DL-Methionin liefert organisch gebundenen Schwefel und kann zur Unterstützung eines natürlichen Harn-pH-Werts beitragen.
  • Die cremige Konsistenz ermöglicht eine unkomplizierte tägliche Gabe.
  • Die schmackhafte Rezeptur erleichtert die Fütterung auch bei wählerischen Katzen.

3.) HARNWEG HELP ist ein Ergänzungsfuttermittel zur ernährungsphysiologischen Unterstützung der Blasenfunktion

  • Glykosaminoglykane können zur Unterstützung der Schleimschicht der Blasenwand beitragen.
  • L-Tryptophan trägt zur normalen Funktion des Nervensystems bei und kann einen ausgeglichenen emotionalen Zustand unterstützen.
  • Vitamin E und Zink tragen zu einer normalen Funktion des Immunsystems und zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress bei.
  • Mit Cantaloupe-Melonen-Extrakt zur Ergänzung der antioxidativen Nährstoffzufuhr.

4.) NEPHRO SUPPORT ist ein Ergänzungsfuttermittel zur ernährungsphysiologischen Unterstützung der normalen Nierenfunktion.

  • Pflanzliche Inhaltsstoffe wie Birkenblätter, Artischocke und Buschklee können helfen, die normale Nierenfunktion zu unterstützen.
  • Vitamin C und Magnesium können zur normalen Funktion von Stoffwechselprozessen beitragen.
  • Geeignet zur Ergänzung bei Katzen mit besonderer Beanspruchung der Nieren.

5.) DARM DYN FLUID ist ein Ergänzungsfuttermittel zur ernährungsphysiologischen Unterstützung der Darmfunktion.

  • Enthält hochwertiges Moor mit Huminsäuren und Fulvinsäuren, die eine normale Magen- und Darmmukosa unterstützen können.
  • Kann im Rahmen einer ausgewogenen Fütterung zur Stabilisierung des Darmmilieus beitragen.
  • Eine ausgeglichene Darmfunktion ist Bestandteil des allgemeinen Wohlbefindens – auch in Phasen erhöhter Belastung.
  • Die flüssige Form ermöglicht eine einfache und flexible Gabe über das Futter oder Trinkwasser.

Häufige Fragen zu Struvitsteinen bei Katzen (FAQ)

Struvitsteine bei Katzen werden in der Regel nicht mit Medikamenten aufgelöst, sondern vor allem durch eine gezielte Fütterungsanpassung. Spezielle Diätfuttermittel können den Urin so verändern, dass sich Struvitsteine unter geeigneten Bedingungen zurückbilden. In bestimmten Fällen kann eine zeitlich begrenzte Harnansäuerung mit geeigneten Ergänzungsfuttermitteln sinnvoll sein. Dies sollte ausschließlich unter tierärztlicher Kontrolle und mit regelmäßiger pH-Überprüfung erfolgen. Antibiotika sind meist nicht erforderlich, da Struvitsteine bei Katzen häufig ohne bakterielle Infektion entstehen. Welche Maßnahmen im Einzelfall notwendig sind, entscheidet die Tierarztpraxis.

Spezielle „Urinary“- oder Struvit-Diätfuttermittel können dazu beitragen, Struvitsteine aufzulösen. Diese Futtermittel sind so zusammengesetzt, dass sie den Urin leicht ansäuern und die Konzentration bestimmter Mineralstoffe beeinflussen. Welches Diätfutter im Einzelfall geeignet ist, sollte immer tierärztlich entschieden werden. Nicht jede Katze darf harnansäuernde Diäten erhalten, z. B. bei bestimmten Vorerkrankungen oder bei anderen Harnsteinarten wie Kalziumoxalat.

Ein leicht saurer Urin ist bei der Behandlung von Struvitsteinen oft erwünscht. Wird der pH-Wert jedoch zu stark gesenkt, kann sich das Risiko für andere Harnsteinarten erhöhen, insbesondere für Kalziumoxalatsteine. Deshalb sollte eine gezielte Harnansäuerung nur unter tierärztlicher Kontrolle erfolgen. Regelmäßige pH-Kontrollen helfen, den Urin im passenden Bereich zu halten und eine Überansäuerung zu vermeiden.

Nicht unbedingt. In vielen Fällen kann nach erfolgreicher Behandlung auf ein hochwertiges, gut verträgliches Futter umgestellt werden. Wichtig ist, den Urin regelmäßig kontrollieren zu lassen, insbesondere den pH-Wert und das Urinsediment. Zeigen sich erneut Auffälligkeiten, können gezielt Maßnahmen ergriffen werden. Ob und wie lange ein Spezialfutter sinnvoll ist, sollte immer individuell entschieden und tierärztlich begleitet werden.

Die Harnröhre des Katers ist länger und enger als die der weiblichen Katze. Dadurch können sich Harngries oder kleinere Harnsteine leichter festsetzen und den Harnabfluss behindern. Das erhöht das Risiko für einen lebensbedrohlichen Harnröhrenverschluss. Struvitkristalle selbst können bei beiden Geschlechtern entstehen, bei Katern führen sie jedoch häufiger zu Problemen.

Stress kann die Harnwege beeinflussen. Bei manchen Katzen steht anhaltender Stress im Zusammenhang mit einer felinen idiopathischen Zystitis (FIC), einer nicht bakteriellen Blasenentzündung. Eine gereizte Blase wiederum kann die Bildung von Harnkristallen begünstigen. Stress allein verursacht keine Struvitsteine, kann aber ein mitwirkender Faktor sein, besonders bei empfindlichen Katzen. Auslöser können z. B. Veränderungen im Haushalt, Konflikte mit anderen Katzen oder Probleme mit der Katzentoilette sein.

Eine ruhige Umgebung, feste Abläufe und ein sauberes Katzenklo können dazu beitragen, das Risiko für Harnwegsprobleme zu verringern.

Quellen:

Elisabeth Müller „1 Feline uroliths“.
[in: DOI: 10.1055/a-1795-8078 (Hrsg.), ] DOI: 10.1055/a-1795-8078 .

Tefft KM, Byron JK, Hostnik ET, Daristotle L, Carmella V, Frantz NZ „2 Tefft KM“.
2021;.

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Über Tierarzt Thomas Backhaus

Tierarzt Thomas Backhaus ist Spezialist für ganzheitliche Tiermedizin mit Schwerpunkt auf Mitochondrialer Medizin. 1996 gründete er die Tierärztliche Praxis zur Römischen Villa in Longuich. Heute leitet er die Tierarztpraxis Thomas Backhaus in Thalfang und das Coaching-Zentrum für ganzheitliche Tiermedizin. Er ist mehrfacher Buchautor und internationaler Referent.

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