Was ist Spondylose beim Hund?
Bei Spondylose (Spondylosis deformans) oder auch Wirbelsäulenverknöcherung handelt es sich um eine degenerative, chronische Erkrankung der Wirbelsäule, die zu knöchernen Verbindungen zwischen den Wirbeln führt. Häufig tritt eine Spondylose beim Hund gemeinsam mit Arthrose auf.
Die auftretenden Verknöcherungen an den Wirbeln nennt man Spondylophyten. Sie sollen dazu dienen, die Stabilität der Wirbelsäule zu erhöhen und den Druck von den Bandscheiben zu nehmen. Spondylophyten können an verschiedenen Stellen der Wirbelsäule auftreten, am häufigsten sind sie jedoch in Bereichen zu finden, die einer erhöhten Belastung ausgesetzt sind (z. B. dem Übergang zwischen Lendenwirbelsäule und Kreuzbein oder dem Übergang zwischen Brust- und Lendenwirbelsäule). Die Spondylophyten können zu einer Versteifung der Wirbelsäule führen und als Folge Bewegungseinschränkungen und Schmerzen verursachen.
Die Spondylose ist eine häufige Erkrankung bei älteren Hunden, insbesondere bei mittelgroßen bis großen Rassen (z. B. Deutscher Schäferhund, Boxer ) sowie Rassen mit langem Rücken (z. B. Dackel). Wissenschaftliche Untersuchungen 1,2 zeigen, dass mehr als 60 % der Hunde im Alter von über 10 Jahren Anzeichen von Spondylose aufweisen.
Warum bekommt ein Hund Spondylose?
Als Hauptursache für die Entstehung von Spondylose gilt eine länger andauernde, mechanische Überbelastung der Wirbelsäule. Diese kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden:
- Mit zunehmendem Alter des Hundes steigt die Wahrscheinlichkeit, dass degenerative Veränderungen an der Wirbelsäule auftreten können.
- Übergewicht belastet die Wirbelsäule zusätzlich und kann somit das Risiko für die Entwicklung von Spondylose erhöhen.
- Fehlhaltung und Fehlbelastung können durch angeborene Fehlbildungen der Wirbelsäule entstehen, aber auch durch Schonhaltung oder eine Fehlbelastung der Muskulatur.
- Bandscheibenvorfälle oder Wirbelgleiten (dabei verschieben sich ein oder mehrere Wirbel der Wirbelsäule) können zu einer ungleichmäßigen Belastung der Wirbelsäule führen und somit die Entwicklung von Spondylose begünstigen.
- Auch durch übermäßige körperliche Belastung kann die Wirbelsäule stark beansprucht werden (insbesondere bei Hunden, die intensiven sportlichen Aktivitäten nachgehen).
- Traumata wie Unfälle oder Verletzungen, die die Wirbelsäule betreffen, können zu degenerativen Veränderungen und zur Entwicklung von Spondylose führen.
Ursachen aus ganzheitlicher Sicht
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) werden die unteren Bänder der Wirbelgelenke als besonders abhängig von der Qualität der Durchblutung, dem Sauerstoffgehalt des Blutes und der Flexibilität der umgebenden Faszien beschrieben. Wird der Energiefluss (Qi) im Bereich des Rückens gestört, wird dies in der TCM mit einer veränderten Versorgung des Gewebes in Verbindung gebracht. In diesem Zusammenhang werden sogenannte Spondylen – also knöcherne Anlagerungen an den Wirbelgelenken – in der TCM als mögliche Reaktion auf eine verlangsamte Durchblutung beschrieben.
Eine besondere Rolle spielt dabei der Blasenmeridian: Er verläuft entlang der Wirbelsäule und gilt nach traditioneller Lehre als wichtige Energiebahn für die Versorgung des Rückens. Ein gestörter Qi-Fluss entlang dieser Bahn kann nach TCM-Vorstellung das Gleichgewicht im Bereich der Wirbelgelenke beeinflussen – mit möglichen Auswirkungen auf Beweglichkeit und Wohlbefinden.
Zusammenhänge zwischen Darm und Bewegungsapparat
Nach unserer langjährigen Erfahrung in der 5-E™-Tierarztpraxis zeigt sich ein Zusammenhang zwischen dem Zustand des Magen-Darm-Systems und der Versorgung des Bewegungsapparats. Faktoren wie Umweltbelastungen, unausgewogene Ernährung, Stress oder bestimmte Medikamente können das Mikrobiom des Darms aus dem Gleichgewicht bringen. In einem solchen Fall kann es zu Gärprozessen und einem veränderten Milieu kommen, das nach unseren Beobachtungen die Versorgung mit wichtigen Nährstoffen für Faszien, Bänder und Gelenke beeinflussen kann. Auch die Aufnahme dieser Nährstoffe über die Darmzellen scheint in solchen Fällen eingeschränkt zu sein.
Welche Symptome hat Spondylose?
Die Symptome einer Spondylose beim Hund können variieren und hängen unter anderem vom Schweregrad und der Lokalisation der Erkrankung ab.
Häufige Anzeichen sind unter anderem:
- Steifheit im Rücken (auch phasenweise)
- Eingeschränkte Beweglichkeit
- Lahmheit oder Humpeln
- Schlingern beim Kurvenlaufen
- Muskelverspannungen
- Innehalten oder Schmerzen bei bestimmten Bewegungen
- Schmerzen beim Berühren der betroffenen Wirbelsäulenabschnitte
- Schmerzen oder Innehalten beim Springen, Treppen steigen oder Hochheben (manchmal auch beim Kot absetzen)
Im fortgeschrittenen Stadium kann es durch die Verknöcherungen an den Wirbelkörpern zu Druck auf den umliegenden Nerven und somit zu neurologischen Symptomen kommen wie:
- Unsicherer, schwankender Gang
- Lähmungserscheinungen
- Verstärkte Hautreflexe bei Berühren des Rückens
Sollten Dir eins oder mehrere dieser Symptome bei Deinem Hund auffallen, empfehlen wir Dir, zeitnah in eine Tierarztpraxis zu gehen, um ihn auf eine mögliche Spondylose untersuchen zu lassen.
Wie lange dauert ein Spondylose-Schub beim Hund?
Ein Spondylose-Schub ist nicht unbedingt zeitlich begrenzt oder vorhersehbar, da der Verlauf der Erkrankung und ihre Symptome von Hund zu Hund unterschiedlich sind. In der Veterinärmedizin sprechen wir generell nicht von „Schüben“ bei Spondylose, da es sich hierbei eher um eine chronisch fortschreitende Veränderung der Wirbelsäule handelt.
In einigen Fällen bleibt die Erkrankung stabil und schreitet nur langsam voran, während sie sich in anderen Fällen schneller entwickeln kann. Deshalb sind regelmäßige tierärztliche Kontrollen wichtig, um den Verlauf einer Spondylose zu überwachen und die Behandlung gegebenenfalls anzupassen.
Wie lange kann ein Hund mit Spondylose leben?
Zwar handelt es sich bei Spondylose um eine Erkrankung, die nicht heilbar ist – bei frühzeitiger Diagnose und adäquater Behandlung kann die Lebensqualität des Hundes aber gut erhalten werden. Die Lebensdauer wird von einer Spondylose in der Regel nicht beeinflusst. Das bedeutet, bei einer passenden Therapie und guten begleitenden Maßnahmen kann Dein Hund trotz Spondylose eine normale Lebenserwartung haben.
Wie wird Spondylose diagnostiziert?
Um herauszufinden, ob Dein Hund eine Spondylose hat, wird der Tierarzt oder die Tierärztin in der Regel eine ausführliche Anamnese und eine gründliche klinische Untersuchung vornehmen.
- Im Rahmen der Anamnese wirst Du nach den Symptomen Deines Hundes, seinem Verhalten und möglichen traumatischen Ereignissen (z. B. Verletzungen) befragt.
- Bei der klinischen Untersuchung wird das Gangbild Deines Hundes untersucht. Gleichzeitig wird auf besondere Anzeichen wie Steifheit im Rückenbereich, Einschränkungen in der Beweglichkeit und Schmerzempfindlichkeit geachtet.
- Um die Diagnose abzusichern, wird außerdem ein Röntgenbild erstellt, um Veränderungen an der Wirbelsäule zu erkennen und den Schweregrad der Spondylose zu bewerten.
- In seltenen Fällen sind weitere bildgebende Verfahren wie CT oder MRT notwendig, um eine Ausdehnung der Veränderungen an der Wirbelsäule festzustellen.
Ergänzende ganzheitliche Diagnoseverfahren
Um den möglichen systemischen Hintergründen einer Spondylose nachzugehen, setzt die 5-E™ Tierarztpraxis ergänzend zu klassischen Diagnoseverfahren die Vitalblutanalyse unter dem Dunkelfeldmikroskop ein. Dieses spezielle Verfahren wird genutzt, um sich einen ganzheitlichen Eindruck vom aktuellen Zustand der Blutzellen und der Zusammensetzung des Blutmilieus zu verschaffen.
Auf den mikroskopischen Aufnahmen lassen sich unter anderem sogenannte Kristallstrukturen erkennen, die im Blutplasma wie kleine Eisberge „mittreiben“. Nach unseren Beobachtungen werden solche Strukturen besonders dann sichtbar, wenn das Blut in bestimmten Körperregionen schlecht zirkuliert. In solchen Fällen können sich diese Kristalle verstärkt in schlecht durchbluteten Geweben – etwa an den Bandstrukturen im unteren Wirbelsäulenbereich – anlagern.
Aus ganzheitlicher Sicht werden solche Ablagerungen mit lokalen Reizungen und funktionellen Blockaden im Bewegungsapparat in Verbindung gebracht. Solche Befunde können außerdem Hinweise auf systemische Ungleichgewichte liefern – zum Beispiel in der Versorgung durch den Magen-Darm-Trakt oder bei Stoffwechselbelastungen.
Wie schlimm ist Spondylose?
Es ist nur allzu verständlich, dass Du Dir Sorgen um das Wohlbefinden Deines Lieblings machst, wenn bei ihm Spondylose diagnostiziert wurde. Obwohl die Erkrankung nicht heilbar ist, gibt es verschiedene Möglichkeiten, um Schmerzen zu lindern und die Lebensqualität Deines Hundes zu erhalten oder sogar zu verbessern.
Entscheidend dafür sind eine frühzeitige Erkennung der Erkrankung, eine passende Behandlung und gute begleitende Maßnahmen. Deshalb ist es wichtig, auf mögliche körperliche Anzeichen zu achten und Deinen Hund regelmäßig tierärztlich untersuchen zu lassen – besonders, wenn er schon älter ist.
Was kann man gegen Spondylose beim Hund tun?
In der Regel zielt die Behandlung von Spondylose darauf ab, Schmerzen zu lindern und die Lebensqualität des Hundes zu verbessern. Dies kann durch verschiedene Maßnahmen erreicht werden, wie beispielsweise physiotherapeutische Übungen zur Stärkung der Muskulatur, schmerzlindernde Medikamente und in manchen Fällen auch durch chirurgische Eingriffe zur Entlastung der betroffenen Bereiche. Welche Behandlung für Deinen Hund am besten ist, entscheidet der Tierarzt bzw. die Tierärztin individuell.
Ganzheitliche Behandlungsoptionen nach dem 5-E™ Konzept
Unsere mehr als 40-jährige tiermedizinische Erfahrung zeigt, dass Hunde mit Spondylose von ganzheitlichen Verfahren nach dem 5-E™ Konzept profitieren können. Dazu gehören:
- Schonende Lichttherapie-Verfahren wie die Feld-Laser-Therapie oder das Backhaus Light Tuning (BLT)
- Anwendung von thrombozytenreichem Plasma (PRP-Verfahren)
- Die Gabe von Ergänzungsfuttermitteln, die zur Unterstützung des Stoffwechsels und des allgemeinen Wohlbefindens eingesetzt werden
Bei Interesse kannst Du über DGT MEDICAL einen Termin für eine persönliche Online-Beratung mit unserem Tierärzteteam vereinbaren.
Wie kann ich meinem Hund bei Spondylose helfen?
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, um das Wohlbefinden Deines Lieblings bei Spondylose zu unterstützen. Hier haben wir für Dich ein paar wertvolle Tipps zusammengestellt.
- Achte auf ein gesundes Körpergewicht bei Deinem Hund, um seine Knochen und Gelenke nicht zusätzlich zu belasten.
- Bewege Deinen Hund regelmäßig, ohne ihn großen Belastungen auszusetzen: Unternehmt lieber kürzere und entspannte Gassi-Runden als ausgedehnte Spaziergänge. Verzichte auf Ball- und Stöckchenspiele, die die Gelenke und Knochen Deines Lieblings unnötig belasten.
- Orthopädische Schlafplätze entlasten den Rücken Deines Hundes beim Liegen und Schlafen.
- Treppensteigen und Sprünge ins oder aus dem Auto sollten vermieden werden (für den schonenden Einstieg ins Auto gibt es spezielle Hunderampen).
Tipp: Mit Qi Gong-Massagen kannst Du das Wohlbefinden Deines Hundes sanft unterstützen. In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird dies als Möglichkeit gesehen, den Fluss der Lebensenergie (Qi) positiv zu beeinflussen. Massiere Deinen Hund dafür mit einem speziellen Qi Gong-Kamm für Tiere täglich sanft über die Rückenfaszien und entlang des Blasenmeridians. Nach unseren Erfahrungen empfinden viele Hunde diese Anwendung als angenehm und entspannend. Und ganz nebenbei freut sich Dein Liebling über wohltuende Massageeinheiten und viel Aufmerksamkeit von Dir.
Produktempfehlungen
Ergänzend zur tierärztlichen Behandlung kann ein Hund mit Spondylose ernährungsphysiologisch unterstützt werden – zum Beispiel durch Futter- und Ergänzungsfuttermittel, die den Stoffwechsel von Muskulatur, Bindegewebe und Gelenkstrukturen unterstützen können und so zu einem gesteigerten Wohlbefinden beitragen.
1.) CHONDRO DYN ist ein Ergänzungsfuttermittel zur Unterstützung der Knorpel- und Gelenkfunktion.
- Kollagenhydrolysat liefert natürliche Bausteine, die zur Festigkeit und Elastizität von Knorpel- und Bindegewebe beitragen können.
- Glucosamin und Hyaluronsäure sind natürliche Bestandteile der Gelenkflüssigkeit und können die Ernährung des Gelenk- und Bindegewebes unterstützen.
- Zink ist ein essentielles Spurenelement, das zur Erhaltung normaler Knochen und zur normalen Kollagenbildung beiträgt.
- Mangan trägt zur normalen Bildung von Bindegewebe und zur Erhaltung normaler Knochen bei.
2.) HOLO DYN ist ein Ergänzungsfuttermittel mit pflanzlichen Ölen und mehrfach ungesättigten Fettsäuren.
- Liefert wertvolle Energie und kann helfen, den Energie-Stoffwechsel bedarfsgerecht zu unterstützen, besonders in Phasen erhöhter körperlicher Belastung oder während der Regeneration.
- Die enthaltenen Fette stellen wichtige Bausteine für den normalen Erhalt von Geweben wie Muskeln, Sehnen und Gelenkstrukturen bereit.
Wir stehen Dir zur Seite für die Gesundheit Deines Hundes.
Wenn Dein Hund Probleme hat, möchtest Du alles dafür tun, damit er sich bald wieder besser fühlt. Das Team von DGT MEDICAL berät Dich gerne zu Futter- und Ergänzungsfuttermitteln und steht Dir auch für eine Zweitmeinung oder ein Gespräch mit einem Tierarzt oder einer Tierärztin zur Verfügung.
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Häufige Fragen zu Spondylose beim Hund (FAQ)
Quellen:
1 Latham KJ et al. „Spondylosis deformans as an indicator of transport activities in archaeological dogs: Implications for canine health, age estimation and life history!“ (2019): https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371%2Fjournal.pone.0214575
2 Birgit Weidl “Beitrag zur Spondylosis deformans beim Hund“ (1998): https://refubium.fu-berlin.de/bitstream/handle/fub188/5211/0_weidl.pdf