Ratgeber Hundegesundheit

Drüse gesund – glücklicher Hund! Pankreatitis beim Hund erkennen und behandeln.

Als gut informierter Hundehalter hast Du vielleicht schon mal von Pankreatitis gehört. Dabei handelt es sich um eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse, die bei Hunden relativ häufig vorkommt und in jedem Fall behandelt werden muss. Hier erfährst Du alles Wichtige über diese Erkrankung und welche Maßnahmen nachhaltig dagegen helfen können. So bist Du vorab informiert und kannst Deinem Hund rechtzeitig helfen, sollte der Verdacht auf Pankreatitis bestehen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Bei einer Pankreatitis handelt es sich um eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse.
  • Eine Pankreatitis kann akut oder chronisch verlaufen und muss in jedem Fall behandelt werden.
  • Erbrechen, Durchfall und Vorderbauchschmerzen sind oft typische Symptome einer Pankreatitis.
  • Pankreatitis kann viele Ursachen haben und die Folge eines gestörten Verdauungssystems sein.
  • Eine spezielle Diät und darmgesunde Ernährung können bei Pankreatitis nachhaltig helfen.

Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit und starke Schmerzen: Solche Beschwerden klingen nicht nur unangenehm – sie können auch ein Hinweis darauf sein, dass Dein Hund unter einer Bauchspeicheldrüsenentzündung, auch Pankreatitis genannt, leidet.

In diesem Ratgeber erfährst Du, wie es zu einer Bauchspeicheldrüsenentzündung beim Hund kommen kann und welche Möglichkeiten es gibt, das Wohlbefinden Deines Lieblings zu unterstützen.

Hinweis: Dieser Ratgeber enthält Empfehlungen für unterstützende Maßnahmen bei Pankreatitis. Zur genauen Abklärung der Diagnose und Therapie Deines Hundes ist ein Besuch beim Tierarzt unerlässlich!

Ein echtes Kunststück: Die Bauchspeicheldrüse sorgt dafür, dass der Körper wichtige Nährstoffe über den Darm aufnehmen kann.

Welche Aufgaben erfüllt die Bauchspeicheldrüse im Körper?

Die Bauchspeicheldrüse, auch Pankreas genannt, ist Teil des Verdauungstraktes und des endokrinen Systems (Organe, die Hormone produzieren). Zu ihren wichtigsten Aufgaben gehören die Produktion von Verdauungsenzymen und von Hormonen (wie Insulin und Glukagon). Die Hormone leitet die Bauchspeicheldrüse an die Blutbahnen weiter, um einen optimalen Blutzuckerspiegel aufrechtzuerhalten.

Während der Verdauung – wenn die Nahrung aus dem Magen in den Dünndarm gelangt – gibt die Bauchspeicheldrüse den sogenannten Pankreassaft in den Dünndarm ab. Dieser neutralisiert die Magensäure und bildet Verdauungsenzyme, die dafür zuständig sind, die Nährstoffe aus dem Futter aufzuspalten. Auf diesem Weg sorgt die Bauchspeicheldrüse dafür, dass der Organismus Nährstoffe über den Darm aufnehmen kann.

Pankreatitis – was ist das überhaupt?

Bei einer Pankreatitis handelt es sich um eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Bei einer gesunden Bauchspeicheldrüse werden die Verdauungsenzyme normalerweise erst dann aktiviert, wenn diese den Dünndarm erreichen. Bei einer entzündeten Bauchspeicheldrüse dagegen werden diese Enzyme meist zu früh aktiviert, also wenn sie sich noch in der Pankreas befinden.

Was genau passiert bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung?

Bei einer Pankreatitis wird die Ausscheidung der Verdauungsenzyme vermindert. Dadurch bleiben diese oft länger als gewöhnlich in der Bauchspeicheldrüse, was zur Folge haben kann, dass sie noch in den Zellen aktiviert werden. An diesem Punkt beginnt die Bauchspeicheldrüse sozusagen, sich selbst zu verdauen.

Unsere langjährige tierärztliche Erfahrung hat gezeigt, dass dies Schmerzen und Entzündungen verursachen sowie zu Schäden am umliegenden Gewebe und an anderen Organen führen kann. Weil die Leber und Nieren dicht an der Bauchspeicheldrüse liegen, können auch diese Organe erkranken. Zu den möglichen Folgen gehören eine Entzündung oder sogar Schädigung der Bauchhöhle.

Pankreatitis ist eine ernste Erkrankung und muss unbedingt behandelt werden.

Eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse kann bei Hunden schnell entstehen. Wird diese rechtzeitig erkannt und behandelt, bleiben dauerhafte Folgeschäden in den meisten Fällen aus. Bleibt eine Pankreatitis über einen längeren Zeitraum unbehandelt, kann dies im ungünstigsten Fall schwere Organschäden oder sogar den Tod zur Folge haben.

Doch keine Sorge: Hier erklären wir Dir, wie Du Symptome einer Pankreatitis frühzeitig erkennen kannst, um ernsthafte Gesundheitsprobleme möglichst vorzubeugen.

Wau weh! Eine Pankreatitis verursacht meist Entzündungen und Bauchschmerzen und sollte in jedem Fall behandelt werden.

Was sind mögliche Symptome einer Pankreatitis?

Eine Pankreatitis tritt in zwei verschiedenen Formen auf – entweder akut oder chronisch. Symptome wie Erbrechen, Durchfall und starke Schmerzen im Vorderbauch kommen bei Hunden mit akuter Pankreatitis relativ häufig vor.

Weitere mögliche Symptome einer Pankreatitis sind:

  • Fieber (bei akuter Pankreatitis)
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsverlust
  • Dehydration
  • Erschöpfung, Mattigkeit, Lustlosigkeit
  • Gelbfärbung der Haut und Schleimhäute

Die Gebetsstellung kann ein Hinweis auf Bauchschmerzen sein.

Hunde mit Vorderbauchschmerzen nehmen in vielen Fällen die sogenannte „Gebetsstellung“ ein: Dabei liegen sie mit dem Vorderkörper auf dem Boden, während die Hinterbeine stehenbleiben – ganz ähnlich der Haltung, wenn sich ein Hund streckt oder zum Spielen auffordert. Weitere Hinweise auf Bauchschmerzen können steife Bewegungen, ungewöhnliche Liegepositionen, ein gekrümmter Rücken oder das bevorzugte Liegen auf kalten bzw. warmen Untergründen sein.

Mögliche Hinweise auf eine chronische Pankreatitis:

Bei chronischer Pankreatitis kann die Bauchspeicheldrüse wichtige Verdauungsenzyme oft nicht mehr in ausreichender Menge herstellen. Obwohl sie normalen oder sogar erhöhten Appetit haben, magern betroffene Hunde in vielen Fällen schnell ab. Darüber hinaus können sie unter Verdauungsproblemen, Übelkeit, Erbrechen und wiederholt auftretenden Schmerzen leiden.

Bei Bauchschmerzen nehmen viele Hunde die sogenannte Gebetsstellung ein, um sich Linderung zu verschaffen.

Häufige Ursachen einer Pankreatitis beim Hund

Eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse kann viele verschiedene Auslöser haben. In den meisten Fällen bleibt die eigentliche Ursache unklar.

Unseren Beobachtungen zufolge wird eine Pankreatitis oft durch einen hohen Fett- oder Kalziumgehalt im Blut ausgelöst – aber auch die Gabe bestimmter Medikamente oder die Aufnahme von Gift können Gründe dafür sein. Übergewicht beim Hund, das durch eine fetthaltige und kohlenhydratarme Fütterung verursacht wurde, kann ebenfalls ein Auslöser für Pankreatitis sein. Aber auch bei einer ausgewogenen Ernährung kann schon das einmalige Aufnehmen sehr fetthaltiger Nahrung zur Entzündung der Bauchspeicheldrüse führen.

Einige Rassen wie etwa Boxer, Minipudel, Minischnauzer, Cocker Spaniel und Collies haben eine gewisse Veranlagung für diese Erkrankung. Darüber hinaus tritt Pankreatitis häufiger bei Hündinnen und bei älteren Tieren auf.

Cocker Spaniel und einige andere Hunderassen haben eine gewisse Veranlagung dafür, an Pankreatitis zu erkranken.

Pankreatitis kann eine Folge von Schäden im Magen-Darm-System sein.

Unsere langjährige tierärztliche Erfahrung hat gezeigt, dass die eigentlichen Ursachen für eine Pankreatitis schon bei Hunden im Jugendalter gelegt werden können: In vielen Fällen beginnt dies mit einer mangelhaften Entwicklung der Magen-Darm-Schutzfunktion und gleichzeitigen Schäden an der Darmflora, geht dann über in eine chronische Übersäuerung und Belastung des Blutes bis hin zu einer Verschlackung der Milz und
Leber.

In diesem Fall kann es passieren, dass die Milz und Nieren den pH-Wert im Blut nicht mehr aufrechterhalten können. Als Folge dessen verklumpt das Blut und durch die geschwächte Magenwand dringen immer mehr Radikale in das ohnehin schon verdickte Blut. Üblicherweise passen durch ein Blutgefäß der Bauchspeicheldrüse maximal drei rote Blutkörperchen nebeneinander. Verklumptes Blut dagegen kann das 50-fache Volumen haben, was bildhaft erklärt, wie kleine Nekrosen (Absterben von einzelnen oder mehreren Zellen) und Thrombosen in der empfindlichen Drüse zustande kommen können – und wie eine Bauchspeicheldrüsenentzündung oftmals eigentlich entsteht.

Diagnose: Wie wird eine Pankreatitis beim Hund festgestellt?

Um festzustellen, ob Dein Hund an einer Bauchspeicheldrüsenentzündung leidet, wird der Tierarzt sowohl seine Blutwerte als auch den Kot untersuchen. Darüber hinaus wird er nach Gallensteinen suchen und überprüfen, ob Dein Hund an Reflux (krankhafter Rückfluss des sauren Mageninhalts in die Speiseröhre) leidet. Mithilfe eines Röntgenbilds verschafft sich der Tierarzt einen Überblick über den Zustand der Bauchspeicheldrüse. Dies ist hilfreich, um andere Erkrankungen auszuschließen – denn Symptome wie Durchfall, Erbrechen oder Bauchschmerzen können auch andere Ursachen haben.

Über das Blut ist eine detaillierte Diagnose möglich.

Das Ziel einer Vitalblutanalyse unter dem Dunkelfeldmikroskop ist es, zahlreiche Informationen über die aktuellen Vorgänge im Blut (z. B. Engpässe, Verunreinigungen, Belastungen) und über die Funktionalität der Blutkörperchen zu gewinnen. Dies lässt oft genaue Aufschlüsse über die Regulationsfähigkeit des Körpers, aber auch über Belastungen und potenziellen Gefahren zu. Auf diesem Weg kann der Tierarzt die systematischen Hintergründe einer Pankreatitis erkennen, um ein individuelles Behandlungskonzept für Deinen Hund zu erstellen.

Mithilfe der Vitalblutanalyse unter dem Dunkelfeldmikroskop untersucht Tierarzt Thomas Backhaus die systematischen Hintergründe einer Pankreatitis.

Therapie: Behandlungsmöglichkeiten bei Pankreatitis.

Neben einer Infusionstherapie gegen Austrocknung und der Verabreichung von Schmerzmitteln kann eine spezielle Pankreas-Diät eine wichtige Behandlungsmaßnahme darstellen. Um die Organe zu schonen, sollte die Nahrung leicht verdaulich, fettarm sowie reich an Proteinen und aufgeschlossenen Kohlenhydraten sein. Darüber hinaus braucht der Körper eine Mindestmenge an Fett, um einem Linolsäuren-Mangel und damit einhergehende Hauterkrankungen vorzubeugen zu können.

5-E™ Fütterungs- und Vitalstoffempfehlungen für Hunde mit Pankreatitis.

Da Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse durch ein geschädigtes Magen-Darm-System verursacht werden können, sollte die Ernährung Deines Hundes auch den Dickdarm aktivieren. Unsere langjährige Erfahrung zeigt, dass dies durch die vorsichtige Umstellung auf kaltgepresstes Trockenfutter oft am besten gelingt. Um den Verdauungstrakt Deines Hundes optimal darauf vorzubereiten, empfehlen wir Dir, ihm zunächst über einen Zeitraum von vier Wochen eine spezielle Pankreas-Darm-Kur zu füttern.

1.) Empfohlene Futterbasis für eine 4-wöchige Pankreas-Darm-Kur:

Während einer Pankreatitis sollte Dein Hund leicht verdauliches und protein- sowie kohlenhydratreiches Futter zu sich nehmen, um die Organe und besonders die Bauchspeicheldrüse zu schonen. Dafür kannst Du unsere extrudierte Futtersorte INTESTO verwenden oder unsere DOGLICIOUS Feuchtnahrung. Achte bei der Wahl des Futters darauf, ob Dein Liebling eventuell Unverträglichkeiten oder Allergien auf bestimmte Inhaltsstoffe hat.

2.) Die Pankreas-Darm-Kur enthält folgende Vitalstoffe, die unter das Futter gemischt werden:

  • Zeo Dyn soll den Körper entsäuern und entgiften, um das Darmmilieu zu verbessern.
    Empfohlene Dosierung: Pro Mahlzeit 1 Teelöffel pro 20 kg Körpergewicht.
  • Milz Support unterstützt die Funktion der Milz – dem direkten Energielieferanten der Bauchspeicheldrüse.
    Empfohlene Dosierung: Pro Mahlzeit 1 Teelöffel pro 20 kg Körpergewicht.
  • Glanz Care kann entzündungshemmend wirken und versorgt den Körper mit hochwertigen Fettsäuren für eine gesunde Haut und ein glänzendes Fell.
    Empfohlene Dosierung: Pro Mahlzeit 1 Teelöffel pro 20 kg Körpergewicht.

3.) Unterstützend zur Pankreas-Darm-Kur kannst Du Deinem Hund folgende Vitalstoffe geben:

  • OPeCe Tabletten fördern die Durchblutung und den Nieren-Stoffwechsel.
    Empfohlene Dosierung: 2 x täglich 1 Tablette pro 10 kg Körpergewicht.
  • Pankreas Tabletten enthalten wichtige Verdauungsenzyme und können eine optimale Nährstoffverwertung unterstützen.
    Empfohlene Dosierung: Pro Mahlzeit 1 Tablette pro 10 kg Körpergewicht.
Eine Pankreas-Diät mit hochwertigen Vitalstoffen kann das Wohlbefinden Deines Hundes bei Pankreatitis fördern.

Eine darmgesunde Ernährung kann Deinen Hund vor Pankreas- Problemen schützen.

Damit es nicht wieder zu einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse kommt, solltest Du in Zukunft auf fettreiches Hundefutter verzichten. Viel wichtiger als das Weglassen von Fett ist unserer Erfahrung nach die Aktivierung des Dickdarm-Systems. Speziell dafür kannst Du Deinem Hund unsere kaltgepressten Trockenfuttersorten HYPO und ALLERGO füttern. Um die Bauchspeicheldrüse Deines Lieblings an die neue Ernährung zu gewöhnen, empfehlen wir Dir, das Futter schrittweise in einem Zeitraum von vier bis fünf Wochen umzustellen.

Du möchtest wissen, wie die Umstellung auf kaltgepresstes Futter am besten gelingt? Nichts leichter als das:

1.) Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete.

Jeder Futterwechsel sorgt für eine Umstellung der Enzyme im Verdauungstrakt Deines Hundes. Seine Darmflora muss erst gut vorbereitet werden, damit sie das neue Futter bestmöglich verdauen kann. Gib Deinem Hund also ausreichend Zeit für die Umstellung auf kaltgepresstes Futter.

2.) Los geht’s: So gewöhnst Du Deinen Hund an kaltgepresstes Futter.

Wir empfehlen Dir, das kaltgepresste Futter innerhalb von vier bis fünf Wochen langsam unter das bisherige Futter zu mischen, um den Organismus Deines Lieblings nicht zu überfordern. Dieselbe Vorgehensweise empfehlen wir auch, wenn Dein Hund bisher Frischfleisch oder Nassfutter aus der Dose bekommen hat.

3.) So fütterst Du Deinen Hund am besten.

Idealerweise fütterst Du Deinen Hund einmal täglich vor 13 Uhr – oder zumindest nicht abends. Das ist wichtig, denn den Rest des Tages braucht der Magen-Darm-Kanal Zeit, um vollständig zu entschlacken. Bei einer akuten Pankreatitis kannst Du Deinen Hund auch zweimal täglich füttern, allerdings nicht mehr nach 17 Uhr.

Noch Fragen? Unsere Ernährungsberater helfen Dir weiter.

Wenn es Deinem Hund schlecht geht, möchtest Du natürlich alles richtig machen um ihm zu helfen. Wir sind für Dich da und beraten Dich gerne, welche Futterprodukte und Vitalstoffe zu den Bedürfnissen Deines Lieblings passen.

Freie Fahrt in eine gesunde Zukunft: Mit einer darmgesunden Ernährung kannst Du Deinen Hund gegen Pankreas-Probleme stärken.

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Über Tierarzt Thomas Backhaus

Tierarzt Thomas Backhaus ist Spezialist für ganzheitliche Tiermedizin mit Schwerpunkt auf Mitochondrialer Medizin. 1996 gründete er die Tierärztliche Praxis zur Römischen Villa in Longuich. Heute leitet er die Tierarztpraxis Thomas Backhaus in Thalfang und das Coaching-Zentrum für ganzheitliche Tiermedizin. Er ist mehrfacher Buchautor und internationaler Referent.

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