Ratgeber Katzen

Katze hat Durchfall: Was tun, was füttern, wann zum Tierarzt?

Rote Katze sitzt in einer Katzentoilette, nur Hinterteil und aufgerichteter Schwanz sind sichtbar vor rosa Wand

Deine Katze hat Durchfall und Du fragst Dich: Liegt es nur am Futter oder steckt mehr dahinter? Und vor allem: Was kannst Du tun, damit es Deiner Samtpfote schnell wieder besser geht? In diesem Ratgeber erfährst Du, welche Ursachen Durchfall bei Katzen haben kann, welche Maßnahmen zuhause sinnvoll sind und wann ein Tierarztbesuch notwendig ist.

Das Wichtigste im Überblick

  • Durchfall bei Katzen ist kein eigenes Krankheitsbild, sondern ein Symptom. Die Ursachen reichen von harmlosen Auslösern bis hin zu ernsthaften Erkrankungen.
  • Typisch für Durchfall bei der Katze sind breiiger bis wässriger Kot, aber auch eine wechselnde Kotbeschaffenheit (mal normal, mal sehr weich).
  • Man unterscheidet zwischen akutem Durchfall (tritt plötzlich auf, oft kürzer als 2-3 Wochen) und chronischem Durchfall (länger als 3 Wochen oder immer wiederkehrend).
  • Ursache für Durchfall bei der Katze können u. a. Futterwechsel, Parasiten, Infektionen, Organerkrankungen, Stress oder eine gestörte Darmflora sein.
  • Bei leichten, kurzfristigen Beschwerden kannst Du Deine Katze zunächst beobachten. Bei anhaltendem oder schwerem Durchfall sollte sie tierärztlich untersucht werden, insbesondere wenn es sich um ein Kitten, eine alte oder chronisch kranke Katze handelt.

So kannst Du vorgehen

  • Wenn Deine Katze Durchfall hat: Notiere Kotbeschaffenheit, Häufigkeit des Kotabsatzes und Begleitsymptome (z. B. Erbrechen, Schlappheit), damit Deine Tierarztpraxis die Ursache besser einschätzen kann.
  • Füttere Deiner Katze bei mildem, akutem Durchfall eine leicht verdauliche Schonkost und stell ihr ausreichend frisches Trinkwasser bereit.
  • Lass Deine Katze tierärztlich untersuchen, wenn der Durchfall länger als 24 Stunden dauert, immer wiederkehrt oder sie Gewicht verliert bzw. sehr schlapp wirkt.
  • Fahr sofort zum tierärztlichen Notdienst, wenn Blut im Kot, starkes Erbrechen, starke Schmerzen, ausgeprägte Schwäche auftreten oder Du den Verdacht auf Vergiftung oder Fremdkörperaufnahme hast.
  • Regelmäßige Gesundheitschecks, gut verträgliches Futter und eine möglichst stressarme Umgebung können dabei helfen, Durchfall bei Deiner Katze vorzubeugen.

Hinweis: Dieser Ratgeber enthält Empfehlungen für unterstützende Maßnahmen bei Durchfall. Zur genauen Abklärung der Diagnose und Therapie Deiner Katze ist ein Besuch in der Tierarztpraxis unerlässlich!

Woran erkenne ich, dass meine Katze Durchfall hat?

Von Durchfall spricht man, wenn der Kot Deiner Katze deutlich weicher als gewöhnlich ist – also breiig bis wässrig, statt gut geformt. Auch eine wechselnde Kotbeschaffenheit (mal normal, mal sehr weich) ist nicht normal und kann auf Durchfall oder eine gereizte Verdauung hinweisen.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen akutem und chronischem Durchfall bei Katzen:

  • Akuter Durchfall tritt plötzlich auf und dauert in der Regel weniger als 2-3 Wochen.
  • Chronischer Durchfall besteht länger als 3 Wochen oder kehrt immer wieder.

Außerdem wird unterschieden, welcher Darmabschnitt stärker betroffen ist, also ob es sich vorwiegend um Dickdarm- und Dünndarmdurchfall handelt. Durch welche Symptome Du die beiden Formen unterscheiden kannst, erfährst Du in diesem Abschnitt.

Warum hat meine Katze Durchfall?

Durchfall ist keine eigene Erkrankung, sondern ein Symptom. Der Darm reagiert auf etwas, das ihn reizt, überfordert oder aus dem Gleichgewicht bringt. Oft ist die Ursache für Durchfall bei der Katze harmlos, manchmal sollte sie aber zeitnah in der Tierarztpraxis abgeklärt werden.

Häufige Auslöser für Durchfall bei der Katze

Diese Dinge können den Darm kurzfristig „durcheinanderbringen“:

  • Abrupter Futterwechsel
  • Ungewohntes Futter oder zu viele Leckerlis / „menschliche“ Snacks
  • Verdorbenes (z. B. Mülleimer, Aas/Beute)
  • Milch (viele Katzen vertragen sie nicht gut)
  • Zu kaltes Futter
  • Stress (z. B. durch Umzug, neue Tiere, Besuch, Reise, Routinewechsel)
  • Medikamente (z. B. Antibiotika, je nach Präparat auch andere)
  • Kontakt mit oder Aufnahme bestimmter Umweltgifte (z. B. Pflanzen, Reinigungsmittel, Medikamente)

Parasiten und Infektionen als Auslöser

Gerade bei Kitten, in Mehrkatzenhaushalten oder wenn Impfungen bzw. Entwurmungen nicht aktuell sind, können auch Infektionen (viral oder bakteriell) oder Darmparasiten wie Würmer und Giardien die Ursache für Durchfall sein. Sind mehrere Tiere betroffen oder hält der Durchfall länger an bzw. kommt immer wieder, solltest Du das tierärztlich abklären lassen. Zusätzlich ist eine gute Hygiene wichtig, weil manche Auslöser übertragbar sein können. Reinige die Katzentoilette häufiger und wasche Dir danach gründlich die Hände.

Warum hat meine Katze immer wieder Durchfall?

Hält der Durchfall Deiner Katze länger an oder kommt er immer wieder, steckt häufig mehr dahinter als ein kurzfristiger Auslöser. Möglich sind zum Beispiel:

  • Futterunverträglichkeit/Überempfindlichkeit
  • Entzündliche Veränderungen im Darm (z. B. chronisch-entzündliche Darmerkrankung/IBD)
  • Dysbiose (länger gestörter Aufbau der Darmflora), meist als Folge anderer Erkrankungen
  • Probleme in Organen, die die Verdauung beeinflussen (z. B. Leber, Bauchspeicheldrüse, Nieren, Schilddrüse)
  • Bei älteren Katzen sollte man genauer prüfen lassen, ob Tumore oder andere Gewebewucherungen hinter chronischem Durchfall stecken können.
  • Auch Stress kann den Darm dauerhaft belasten, vor allem, wenn der Durchfall in bestimmten Situationen immer wieder auftritt.

Durchfall aus Sicht der ganzheitlichen Tiermedizin

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird Durchfall nicht nur als „Darmproblem“ gesehen, sondern als Hinweis darauf, dass der Körper insgesamt aus dem Gleichgewicht geraten ist. Häufig wird Durchfall als Schutzreaktion verstanden: Der Körper versucht, etwas loszuwerden, das ihn gerade belastet. Viele der oben genannten Auslöser spielen auch aus ganzheitlicher Sicht eine Rolle bei Durchfall. Dabei geht es oft weniger um „den einen“ Grund, sondern darum, dass mehrere Faktoren wie Verdauung, Stoffwechsel, Abwehrkräfte und Stress zusammenspielen.

  • Akuter Durchfall entsteht aus ganzheitlicher Sicht oft durch Auslöser, die die Verdauung plötzlich überfordern oder reizen. Diese Faktoren bringen nach TCM-Verständnis die „Milz“ aus dem Gleichgewicht: Gemeint ist damit vor allem die Verdauungskraft und die Fähigkeit, Nahrung gut zu „verarbeiten“ und weiter zu transportieren.
  • Chronischer oder wiederkehrender Durchfall wird in der TCM eher als Zeichen einer länger bestehenden Schwäche der Verdauungsenergie verstanden. Der Verdauungstrakt ist dann dauerhaft sensibler und reagiert schneller mit weichem Kot, besonders wenn Stress, Fütterung oder andere Belastungen immer wieder zusammenkommen.
  • Auch die Darmflora (Mikrobiom) steht in der ganzheitlichen Tiermedizin im Fokus: Gerät sie aus dem Gleichgewicht, kann die Verdauung sensibler reagieren.

Ganzheitlich gedacht lohnt es sich also, bei Durchfall nicht nur den Darm zu betrachten, sondern auch Futter, Stress und Medikamente im Blick zu haben und bei wiederkehrenden Beschwerden die Ursache tierärztlich abklären zu lassen.

Katze hat Durchfall: Auf welche Symptome sollte ich achten?

Durchfall kommt nicht immer allein. Je nach Ursache können weitere Symptome auftreten, darunter Erbrechen, Appetitlosigkeit, Blähungen, Gewichtsverlust sowie Blut oder Schleim im Kot. Wenn Deine Katze Durchfall hat und der Kot besonders stark stinkt, sie sehr häufig kleine oder ungewöhnlich große Kotmengen absetzt oder unsauber wird, deutet das ebenfalls darauf hin, dass mit der Verdauung etwas nicht stimmt.

In der Tiermedizin unterscheidet man außerdem, ob eher der Dünndarm oder der Dickdarm betroffen ist.

Typisch bei Dünndarmdurchfall 

  • Kot ist meist sehr flüssig/wässrig, die Menge ist oft deutlich größer als sonst
  • Die Häufigkeit des Kotabsatzes ist normal bis leicht erhöht
  • Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, allgemeines Unwohlsein kommen häufiger vor
  • Fettstuhl kann vorkommen (Kot wirkt besonders hell, fettig-glänzend oder schmiert stark)
  • Frisches rotes Blut, Schleim und starkes Pressen sind eher untypisch; in manchen Fällen kann aber sehr dunkler, teeriger Kot auftreten

Typisch bei Dickdarmdurchfall 

  • Kotabsatz ist oft sehr häufig, aber es kommen eher kleinere Mengen
  • Die Konsistenz ist häufig breiig, „fladenartig“, manchmal wirkt der Kot zwischendurch fast normal
  • Schleim im Kot und frisches rotes Blut können vorkommen
  • Typisch ist außerdem ein starker Kotdrang mit Pressen (manchmal wirkt es, als müsste die Katze „ständig aufs Klo“)
  • Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit und allgemeines Unwohlsein sind insgesamt seltener als beim Dünndarmdurchfall

Was heißt das für Dich?

Wenn Deine Katze ansonsten fit wirkt, normal trinkt und der Durchfall kurzzeitig auftritt, reicht es oft, sie zunächst zu beobachten. Achte darauf, ob sich die Symptome innerhalb von 24 Stunden deutlich bessern. Es macht außerdem Sinn, Dir ein paar Punkte zu notieren, um der Tierarztpraxis bei der Einschätzung der Ursache helfen zu können:

  • Seit wann besteht der Durchfall?
  • Wie oft setzt Deine Katze Kot ab?
  • Wie sieht der Kot aus?
  • Zeigt Deine Katze Begleitsymptome wie Erbrechen, Appetitverlust oder wirkt sie ungewöhnlich schlapp?
  • Auch Futterwechsel, neue Leckerli, Medikamente oder Stress (z. B. Umzug, Besuch) sind wichtige Hinweise

Wann muss ich mit meiner Katze bei Durchfall zum Tierarzt?

Bring Deine Katze zeitnah in eine Tierarztpraxis, wenn … 

  • der Durchfall länger als 24 Stunden anhält, besonders bei Kitten, alten oder chronisch kranken Katzen
  • der Durchfall chronisch (länger anhaltend) ist oder immer wieder kommt
  • Deine Katze nicht frisst, aber noch wach und ansprechbar ist
  • Deine Katze Gewicht verliert
  • milde bis mäßige Bauchschmerzen (z. B. Unruhe, empfindlicher Bauch) auftreten
  • kein oder nur gelegentliches Erbrechen auftritt
  • der Allgemeinzustand insgesamt stabil wirkt (evtl. mit leichtem Fieber)

Fahr mit Deiner Katze sofort in den tierärztlichen Notdienst, wenn Du eins dieser Warnzeichen beobachtest: 

  • Akuter, sehr starker Durchfall, der sich nicht „beruhigt“
  • Blut im Kot (entweder frisch rot oder schwarz/teerig)
  • Deine Katze hat Durchfall und starkes oder anhaltendes Erbrechen
  • Apathie, starke Schwäche, Zusammenbrechen
  • Hinweise auf Austrocknung (z. B. sehr trockene Schleimhäute, eingefallene Augen)
  • Deutliche aufgeblähter Bauch
  • Starke Bauchschmerzen (Abwehr, gekrümmte Haltung, deutliche Schmerzreaktion)
  • Fieber oder Untertemperatur
  • Verdacht auf Vergiftung oder Fremdkörperaufnahme

Wichtig: Bei Kitten, sehr alten oder chronisch kranken Katzen solltest Du Durchfall lieber frühzeitig abklären lassen, weil sie schneller austrocknen oder abbauen können.

Katze sitzt und schaut in die Kamera
Wenn Deine Katze Durchfall hat, kann sie häufiger aufs Katzenklo müssen und in kürzeren Abständen Kot absetzen.

Wie wird die Ursache von Durchfall bei der Katze diagnostiziert?

Damit die Tierärztin oder der Tierarzt die Durchfallursache eingrenzen kann, besteht die Diagnose meist aus einer ausführlichen Befragung (Anamnese) und einer klinischen Untersuchung.

Bei der Anamnese geht es vor allem darum, die Dauer und den Verlauf des Durchfalls zu erfassen und den Kot möglichst genau einzuordnen (z. B. ist der Durchfall der Katze hellbraun, wässrig oder breiig, handelt es sich um schleimigen oder blutigen Durchfall).

Außerdem wird nach der Fütterung gefragt, nach Medikamenten, möglichen Giften oder einem Fremdkörperrisiko, nach Freigang, Impf- und Entwurmungsstatus, Kontakt zu anderen Tieren oder Reisen – und natürlich nach Begleitsymptomen wie Erbrechen, Appetitverlust oder Bauchschmerzen.

Bei der klinischen Untersuchung werden der Allgemeinzustand und die Vitalwerte (z. B. Temperatur, Herz-/Atemfrequenz) Deiner Katze beurteilt. Die Tierärztin oder der Tierarzt achtet auf Zeichen von Flüssigkeitsmangel, schaut in die Maulhöhle und tastet den Bauch ab. Zusätzlich werden das Gewicht und der Body-Condition-Score (BCS) erfasst, um den Ernährungs- und Allgemeinzustand besser einzuschätzen und zu erkennen, ob Deine Katze bereits Gewicht verliert oder körperlich abbaut.

Je nach Situation können zusätzlich Messungen wie Blutdruck oder eine Untersuchung des Augenhintergrunds sinnvoll sein. Eine rektale Untersuchung ist bei Katzen meist nur in Ausnahmefällen nötig und wird, wenn überhaupt, häufig unter Sedation durchgeführt.

Weiterführende Diagnoseverfahren

Je nachdem, wie stark die Beschwerden sind und ob der Durchfall Deiner Katze eher akut oder länger anhaltend ist, können zusätzliche Untersuchungen sinnvoll sein:

  • Kotuntersuchung: vor allem zum Nachweis von Parasiten/Einzellern und ggf. Hinweisen auf Infektionen
  • Blutuntersuchung: um Entzündungszeichen, den Flüssigkeits- und Salzhaushalt sowie die Funktion wichtiger Organe einzuschätzen
  • Bildgebung (Ultraschall oder Röntgen): bei Verdacht auf Fremdkörper/Darmverschluss oder um den Darm und umliegende Strukturen genauer zu beurteilen
  • Spezielle Blutwerte je nach Verdacht: z. B. Vitamin B12, Schilddrüse oder Werte zur Bauchspeicheldrüsenfunktion, besonders bei chronischem Durchfall
  • Endoskopie mit Gewebeprobe (Biopsie): in ausgewählten Fällen, wenn der Durchfall anhält und die Ursache trotz anderer Untersuchungen unklar bleibt

Was kann ich tun, wenn meine Katze Durchfall hat?

Bei akutem Durchfall ohne schwere Begleitsymptome geht es zunächst darum, den Magen-Darm-Trakt zu beruhigen und Deine Katze gut mit Flüssigkeit und Elektrolyten zu versorgen. Wirkt sie sonst fit, kannst Du sie für etwa 24 Stunden zuhause beobachten.

Bessern sich die Beschwerden nicht oder kommen weitere Symptome dazu, solltest Du in die Tierarztpraxis fahren.

Was kann ich meiner Katze bei Durchfall geben?

  • Füttere Deiner Katze eine leicht verdauliche, fettarme Schonkost, bis sich die Beschwerden bessern.
  • Stell ausreichend frisches Wasser bereit (idealerweise mehrere Näpfe oder Trinkbrunnen) und beobachte, ob Deine Katze normal trinkt.
  • Bei stärkerem Durchfall kann die Gabe von Elektrolytlösungen sinnvoll sein. Wenn Du unsicher bist, frag in der Tierarztpraxis nach.
  • Wenn Deine Katze zusätzlich erbricht, kann die Tierärztin oder der Tierarzt Medikamente gegen Übelkeit verabreichen.

Wichtig: Anders als Hunde sollten Katzen bei Durchfall nicht fasten. In den meisten Fällen ist es besser, sie weiter, aber schonend zu füttern, da ein längerer Nahrungsverzicht das Risiko für Leberprobleme erhöhen kann.

Was kann ich gegen chronischen Durchfall bei meiner Katze tun?

Hält der Durchfall länger an oder kommt immer wieder, ist es wichtig, die Ursache systematisch abklären zu lassen und die Behandlung darauf abzustimmen.

  • Futteranpassung: Liegt der Durchfall an Fütterungsfehlern oder Unverträglichkeiten, ist die schonende Umstellung auf eine hochwertige, gut verdauliche Ernährung oft der erste Schritt, um das Magen-Darm-System zu beruhigen. Wird eine Unverträglichkeit vermutet, kann eine Ausschlussdiät sinnvoll sein.
  • Ballaststoffe anpassen: Bei Anzeichen für Dickdarmdurchfall kann ein angepasster Ballaststoffanteil im Futter helfen, den Kot zu stabilisieren.
  • Ergänzungsfuttermittel als Unterstützung: Nach Rücksprache mit der Tierarztpraxis können Ergänzungsfuttermittel zur Unterstützung der Darmflora (z. B. Probiotika, Huminsäuren) als begleitende Maßnahme sinnvoll sein.
  • Behandlung nach Ursache: Je nach Befund können weitere Behandlungen nötig sein, darunter
    • Immunsuppressive Therapie bei bestimmten chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen
    • Spezielle Diäten bei Eiweißverlust über den Darm
    • Gezielte Medikamente bei Parasiten oder anderen Erregern

Wichtig: Gib Deiner Katze nicht auf eigene Faust Medikamente, sondern kläre immer mit der Tierarztpraxis ab, welche Behandlung wirklich sinnvoll und sicher ist. Antibiotika oder Schmerzmittel werden bei Durchfall nicht mehr routinemäßig eingesetzt, sondern nur dann, wenn die Tierärztin oder der Tierarzt dafür einen klaren Grund sieht (z. B. bestimmte Infektionen oder andere Begleiterkrankungen).

Was ist im Notfall zu tun?

Treten neben dem Durchfall Deiner Katze deutliche Warnzeichen (z. B. Blut im Kot, starkes oder anhaltendes Erbrechen, starke Schlappheit, deutliche Austrocknung) auf oder hast Du den Verdacht auf eine Vergiftung oder Fremdkörperaufnahme, solltest Du sofort in den tierärztlichen Notdienst fahren. In manchen Fällen steckt ein Darmverschluss oder eine Invagination (wenn sich ein Darmabschnitt in den nächsten „einschiebt“) hinter den Beschwerden. Das sind akute Notfälle und können – je nach Befund – eine Operation notwendig machen.

Katze sitzt vor Futternapf und schleckt sich über das Maul
Deine Katze hat Durchfall, frisst aber normal? Dann kannst Du sie zunächst beobachten und mit Schonkost und ausreichend Wasser unterstützen.

Welche Schonkost kann ich meiner Katze bei Durchfall füttern?

Wenn Deine Katze Durchfall hat, ist es wichtig, ihren Darm zu entlasten und sie trotzdem mit ausreichend Energie und Flüssigkeit zu versorgen.

  • Setze auf eine Schonkost, die leicht verdaulich und eher fettarm ist (z. B. gekochtes Hühnchen mit Reis als kurzfristige Übergangslösung oder eine tierärztlich empfohlene Magen-Darm-Schonkost aus dem Fachhandel).
  • Gib das Futter am besten in Zimmertemperatur, das ist für viele Katzen bekömmlicher.
  • Bleib zunächst bei einer gut verträglichen Variante und wechsle das Futter nicht ständig, damit der Darm zur Ruhe kommen kann.
  • Achte auf ausreichend Ballaststoffe im Futter: Sie können helfen, den Kot zu stabilisieren und unterstützen die Darmflora. Als grobe Orientierung gilt bei vielen Futtersorten ein Rohfaseranteil von etwa 2–5 % (Ballaststoffe sollten individuell dosiert werden, weil ein „Zuviel“ die Verdauung belasten kann).

Was ist besser bei Durchfall Katze: Trocken- oder Nassfutter?

Es gibt keine feste Regel, welche Futterart bei Durchfall grundsätzlich besser ist. Viele Katzen kommen gut mit einer Mischfütterung aus Nass- und Trockenfutter zurecht, weil sich damit der Ballaststoffanteil leichter abdecken lässt. Wenn Deine Katze nur Nassfutter frisst, kann es sinnvoll sein, den Ballaststoffanteil gezielt zu erhöhen (z. B. über geeignete Faserquellen nach tierärztlicher Empfehlung). Das kann das Milieu im Darm beeinflussen und „ungünstigen“ Darmbakterien das Leben schwerer machen.

 Darauf kannst Du bei der Futterwahl achten: 

  • Eine offene Deklaration hilft Dir zu erkennen, was wirklich im Futter enthalten ist.
  • Ein hoher Anteil an Muskelfleisch ist in der Regel gut verdaulich und für viele Katzen besser verträglich.
  • Wenn Innereien enthalten sind, sind leichter verdauliche (z. B. Herz) bei empfindlichem Darm oft günstiger als sehr schwer verdauliche Anteile.

Was passiert, wenn man Durchfall bei der Katze nicht behandelt?

Unbehandelter oder immer wiederkehrender Durchfall kann den Körper Deiner Katze auf Dauer deutlich belasten und sollte tierärztlich abgeklärt werden.

Bleibt Durchfall über längere Zeit bestehen, verliert Deine Katze nicht nur Wasser, sondern auch Nährstoffe, Elektrolyte und Energie. Das kann zu Gewichtsverlust, Muskelschwund und einem insgesamt geschwächten Allgemeinzustand führen und insbesondere sehr junge, alte oder bereits kranke Katzen stark mitnehmen. Auch andere Organe wie Leber, Nieren oder die Bauchspeicheldrüse können stärker belastet werden, vor allem wenn bereits Vorerkrankungen bestehen.

Außerdem kann eine dauerhaft entzündete und belastete Darmschleimhaut empfindlicher werden. Manche Katzen entwickeln dann einen „sensiblen Darm“, der schneller auf Futterwechsel, Futtermittelunverträglichkeiten oder andere Einflüsse mit Verdauungsproblemen reagiert. Aus Studien an Hunden weiß man zudem, dass schwere Magen-Darm-Infektionen im jungen Alter das Risiko für spätere chronische Verdauungsprobleme erhöhen können1.

Mit einer frühzeitigen tierärztlichen Abklärung und einer passenden Behandlung – oft auch mit dem richtigen Futter – kannst Du das Risiko solcher Langzeitfolgen für Deine Katze deutlich verringern.

Wie kann ich Durchfall bei meiner Katze vorbeugen?

Durchfall bei Katzen lässt sich nicht immer komplett verhindern. Mit ein paar einfachen Maßnahmen kannst Du das Risiko aber deutlich senken.

1.) Regelmäßige Gesundheits- und Kotchecks 

Lass Deine Katze regelmäßig tierärztlich untersuchen. Je nach Alter, Lebensumständen und Kontakt zu anderen Tieren kann es sinnvoll sein, den Kot in bestimmten Abständen auf Parasiten untersuchen zu lassen. Das gilt nicht nur für Freigänger: Auch Wohnungskatzen können Parasiten aufnehmen, z. B. über Spuren an Schuhen oder Gegenständen.

2.) Fütterungsstrategien, um Deine Katze vor Durchfall zu schützen 

  • Ein konstantes, gut verträgliches Futter entlastet den Verdauungstrakt Deiner Katze.
  • Wenn Du Futtermarke oder -sorte wechselst, dann am besten über mehrere Tage, damit sich der Darm anpassen kann.
  • Vermeide häufige und abrupte Futterwechsel, weil sie bei empfindlichen Katzen Durchfall begünstigen können.
  • Wähle ein hochwertiges, gut verdauliches Futter und verzichte möglichst auf Rohfütterung oder viele „menschliche“ Snacks, da diese das Risiko für Magen-Darm-Probleme erhöhen können.
  • Viele Katzen vertragen ihr Futter besser und fressen es lieber, wenn es Zimmertemperatur hat und nicht direkt aus dem Kühlschrank kommt.

3.) Stress reduzieren 

Auch Stress kann sich bei Katzen auf den Magen-Darm-Trakt auswirken. Zu einem entspannten Alltag gehören feste Routinen (z. B. gleichbleibende Fütterungszeiten) und ausreichend Rückzugsorte, an denen Deine Katze ungestört ist. Größere Veränderungen wie ein Umzug, neue Tiere im Haushalt oder Reisen solltest Du frühzeitig und schrittweise vorbereiten, damit sich Deine Samtpfote langsam daran gewöhnen kann.

Tipp: In der DGT Academy findest Du ein spannendes Webinar über „Stress bei Katzen“ mit Tipps zur Stressvermeidung und nachhaltiger Entspannung im Alltag.

Besitzer fütter seine graue Katze
Ein verträgliches Futter, ein möglichst entspannter Alltag und regelmäßige Tierarztchecks helfen dabei, Durchfall bei Deiner Katze vorzubeugen.

Wir stehen Dir zur Seite für die Gesundheit Deiner Katze.

Wenn Deine Katze gesundheitliche Probleme hat, möchtest Du alles dafür tun, damit sie sich bald wieder besser fühlt. Das Team von DGT MEDICAL berät Dich gerne zu Futter- und Ergänzungsfuttermitteln und steht Dir auch für eine Zweitmeinung oder ein Gespräch mit einem Tierarzt oder einer Tierärztin zur Verfügung.

Produktempfehlungen

Ergänzend zur tierärztlichen Behandlung kann eine Katze mit Durchfall ernährungsphysiologisch begleitet werden – zum Beispiel durch Ergänzungsfuttermittel, die das Darmmilieu und die normale Verdauungsfunktion unterstützen und zum allgemeinen Wohlbefinden beitragen können.

1.) INTESTO CAT ist ein Diät-Alleinfuttermittel für Katzen mit empfindlichem Magen-Darm-Trakt. Schmackhafte Schonkost mit Weißfisch und Erbsen als leicht verdauliche Proteinquellen. Apfelpektin und Oligosaccharide liefern Ballaststoffe, die zur normalen Verdauungsfunktion beitragen können. Die schonend extrudierte Rezeptur ist gut verdaulich und darauf abgestimmt, den Verdauungstrakt nicht unnötig zu belasten.

2.) DIGESTO SOS-PASTE ist ein Ergänzungsfuttermittel zur ernährungsphysiologischen Unterstützung des Magen-Darm-Trakts. Probiotika und Präbiotika können das mikrobielle Gleichgewicht im Darm und die normale Verdauungsfunktion unterstützen. Die enthaltenen Elektrolyte können den Flüssigkeitshaushalt unterstützen, besonders wenn der Magen-Darm-Trakt vorübergehend stärker beansprucht wird. Geeignet als kurzfristige Begleitung in Phasen erhöhter Belastung des Magen-Darm-Trakts und zur Unterstützung einer gleichmäßigen Kotbeschaffenheit.

3.) AKAZIENFASER PULVER aus 100 % Akazienfaser zur ernährungsphysiologischen Begleitung der täglichen Fütterung. Liefert Ballaststoffe mit präbiotischen Eigenschaften, die zur normalen Verdauungsfunktion und zu einem harmonischen Darmmilieu beitragen können. Geschmacksneutral und leicht zu dosieren.

4.) DARM DYN FLUID ist ein Ergänzungsfuttermittel zur ernährungsphysiologischen Unterstützung der Darmfunktion. Enthält hochwertiges Moor mit Huminsäuren und Fulvinsäuren, die eine normale Magen- und Darmmukosa unterstützen können. Kann im Rahmen einer ausgewogenen Fütterung zur Stabilisierung des Darmmilieus beitragen. Eine ausgeglichene Darmfunktion ist Bestandteil des allgemeinen Wohlbefindens – auch in Phasen erhöhter Belastung. Die flüssige Form ermöglicht eine einfache und flexible Gabe über das Futter oder Trinkwasser.

5.) DARM-KUR für Katzen kombiniert ausgewählte Ergänzungsfuttermittel, die den Darm nach besonderen Belastungen unterstützen können. DARM PROBIOTIC CAT enthält ausgewählte Prä- und Probiotika sowie Beta-Glukane aus Hefe, die helfen können, das mikrobielle Gleichgewicht im Darm zu fördern. KRÄUTERHEFE TABLETTEN liefern B-Vitamine, die zur normalen Funktion des Energiestoffwechsels beitragen und die Verdauungsfunktion unterstützen können. KALTGEPRESSTES NACHTKERZENÖL enthält ungesättigte Fettsäuren wie Linolsäure und Gamma-Linolensäure, die zur Unterstützung des allgemeinen Wohlbefindens beitragen können.

Häufige Fragen zu Durchfall bei Katzen

Deine Katze hat Durchfall, frisst aber normal? Bei leichten, akuten Beschwerden kannst Du ihr helfen, indem Du den Darm entlastest. Gib ihr leicht verdauliche, fettarme

Schonkost in kleinen Portionen, stelle viel frisches Wasser bereit und füttere alles idealerweise in Zimmertemperatur. Beobachte, ob der Durchfall innerhalb von 24 Stunden deutlich besser wird, und notiere Kotbild und Begleitsymptome für die Tierarztpraxis. Wichtig: Wenn Blut im Kot, starkes oder anhaltendes Erbrechen, Schlappheit, Austrocknung oder starke Bauchschmerzen dazu kommen, helfen keine Hausmittel, dann gehört Deine Katze sofort in die Tierarztpraxis.

Meist braucht eine Katze bei akutem, mildem Durchfall nur kurz Schonkost. Oft reichen 1 bis 3 Tage, bis sich der Kot sichtbar bessert. Entscheidend ist weniger die exakte Tageszahl als der Verlauf: Du kannst Schonkost so lange geben, bis sich die Symptome deutlich beruhigen, und danach das normale Futter langsam über mehrere Tage wieder untermischen. Wichtig: Schonkost ist keine Dauerlösung, weil sie langfristig oft nicht alle Nährstoffe im richtigen Verhältnis liefert.

Blutiger Durchfall bei der Katze kann viele Ursachen haben. Frisches, hellrotes Blut passt eher zu einer Reizung im Dickdarm/Enddarm (z. B. durch Pressen, Schleimhautentzündung, Parasiten). Schwarz-teeriger Kot kann auf verdautes Blut aus dem oberen Magen-Darm-Trakt hinweisen und ist besonders ernst zu nehmen. Lass Blut im Kot deshalb immer zeitnah in der Tierarztpraxis abklären.

In folgenden Fällen solltest Du sofort in eine Tierarztpraxis oder Tierklinik:

  • Blutiger Durchfall bei der Katze: frisch rotes oder schwarz/teeriges Blut im Kot
  • Starker, sehr häufiger oder „nicht aufhörender“ Durchfall
  • Deine Katze zeigt Durchfall und Erbrechen (stark oder anhaltend)
  • Deine Katze wirkt sehr schlapp, apathisch, wackelig oder bricht zusammen
  • Starke Bauchschmerzen (gekrümmte Haltung, harter Bauch, deutliche Schmerzreaktion)
  • Anzeichen von Austrocknung (z. B. trockene Schleimhäute, eingefallene Augen)
  • Fieber oder auffallend niedrige Körpertemperatur
  • Verdacht auf Vergiftung oder Fremdkörper

Wichtig: Bei Kitten, sehr alten Katzen oder Katzen mit chronischen Erkrankungen lieber früher reagieren, denn sie haben weniger Reserven und können bei Durchfall schneller austrocknen oder deutlich abbauen.

Das hängt von der Ursache ab. Durchfallauslöser wie Futterwechsel, Stress oder Medikamente sind nicht ansteckend. Anders sieht es bei bestimmten Parasiten und einigen bakteriellen Erregern aus: Daran können sich andere Tiere anstecken und manchmal auch Menschen (z. B. bei bestimmten Giardien-Stämmen oder Salmonellen), vor allem Kinder oder immungeschwächte Personen. Um das Ansteckungsrisiko zu senken, solltest Du den Kot Deiner Katze möglichst sofort entfernen, das Katzenklo täglich reinigen und Dir danach gründlich die Hände waschen. Reinige regelmäßig Näpfe, Schlafplätze und Flächen, die mit Kot in Kontakt gekommen sein könnten. Wenn mehrere Tiere betroffen sind oder der Durchfall länger anhält, solltest Du dies tierärztlich abklären lassen.

Du musst Deine Katze nicht grundsätzlich isolieren, aber vermeide engen Kontakt, solange der Durchfall anhält: Kein „Gesicht ablecken“ und die Hände nach dem Streicheln waschen. Kinder, immungeschwächte Personen und Schwangere nicht das Katzenklo reinigen. Reinige das Katzenklo häufiger, entferne Kot zügig und halte Futterplätze sowie Oberflächen sauber. Hält der Durchfall an oder sind mehrere Tiere betroffen, lass den Kot in der Tierarztpraxis untersuchen.

  • Kot sofort entfernen und sicher entsorgen (Beutel gut verschließen).
  • Katzenklo täglich reinigen, Streu bei Bedarf häufiger wechseln.
  • Katzenklo regelmäßig komplett leeren, mit heißem Wasser und Reiniger säubern, anschließend gut trocknen lassen.
  • Hände gründlich waschen nach dem Reinigen des Katzenklos, nach Kontakt mit Kot oder verschmutzter Streu; bei Bedarf Einmalhandschuhe nutzen.
  • Verschmutzte Böden/Oberflächen sofort reinigen: erst aufnehmen, dann mit warmem Wasser und Reiniger nachwischen, vollständig trocknen lassen.
  • Textilien, die betroffen sein könnten (Decken, Kissenbezüge, Liegeunterlagen) möglichst bei 60 °C waschen (wenn das Material es zulässt).
  • Nicht waschbare Plätze gründlich absaugen und mit einem haushaltsüblichen Reiniger säubern.
  • Näpfe/Trinkstellen sauber halten und regelmäßig heiß auswaschen.
  • Bei mehreren Tieren: möglichst separate Toiletten nutzen und Kontakt zu Kotspuren vermeiden.

Tipp: Wenn hinter dem Durchfall ein infektiöser Auslöser vermutet wird, kann Dir die Tierarztpraxis passende Hygienetipps für den konkreten Erreger geben.

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Über Tierarzt Thomas Backhaus

Tierarzt Thomas Backhaus ist Spezialist für ganzheitliche Tiermedizin mit Schwerpunkt auf Mitochondrialer Medizin. 1996 gründete er die Tierärztliche Praxis zur Römischen Villa in Longuich. Heute leitet er die Tierarztpraxis Thomas Backhaus in Thalfang und das Coaching-Zentrum für ganzheitliche Tiermedizin. Er ist mehrfacher Buchautor und internationaler Referent.

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